Migros, die grösste Detailhändlerin der Schweiz, hat vor Kurzem eine neue Sammelaktion gestartet: «Animanca».
Diese Sammelaktionen der Migros sind gelungene Werbekampagnen, um mit Kinderspielzeug Verkäufe anzukurbeln (ab einem bestimmten Einkaufswert erhält die Kundin oder der Kunde eine odere mehrere Figuren/Steine/Objekte), und auch der neueste Streich der Migros dürfte wieder grossen Anklang finden; nicht zuletzt, weil die Spielsteine einen durchaus hochwertigen Eindruck hinterlassen:
Wie 20minuten-Online berichtet, ist «Animanca» aber nicht gänzlich unumstritten:
Die Kritik kommt von «Jesus.ch»:
Bei Jesus.ch, einer Seite des Vereins «Livenet», handelt es sich um ein Freikirchen-Organ in trendiger Aufmachung. Es entbehrt also nicht einer gewissen Ironie, wenn Freikirchen, wo u.a. gelehrt wird, Evolution gebe es nicht und Homosexualität sei eine «Sünde» und «Krankheit», Spielzeug als «esoterisch» kritisieren. Ein Blick in die Argumente von Jesus.ch ist aber dennoch angebracht.
Jesus.ch kritisiert zunächst, dass die Animanca-Steine, die als Amulette genutzt werden können bzw. sollen, von der Migros ausdrücklich als mit besonderen Kräften ausgestattet angepriesen werden:
Und warum ist das Ganze ein Problem? Nicht, weil Esoterik an sich irrational ist, sondern weil es den christlichen Kirchen nicht passt:
Fazit
Die Migros-Sammelaktion «Animanca» ist zweierlei: Eine Werbe-Aktion und Kinderspielzeug. In der Tat ist dieses Spielzeug mit esoterisch-animistisch klingendem Vokabular versehen - es ist aber ziemlich eindeutig, dass Migros nicht versucht, Kindern beizubringen, diese Magie sei Wirklichkeit.
«Animanca» ist ein Spiel, in welchem fiktionale Regeln zur Anwendung kommen. Das machen Kinder angeblich von Zeit zu Zeit: Ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Die Kritik von Jesus.ch ist nicht gerechtfertigt, da lediglich bemängelt wird, Kinder übten sich in Tätigkeiten, welche für christliche Glaubenssysteme (angeblich) nicht zulässig sind. Die Auslegung von Jesus.ch, dass Christen jede Form von fiktionaler Unterhaltung ablehnen müssten - also keine Bücher, Filme, Musik, Spiele usf. mit fiktionalen Inhalten geniessen dürfen - , welche in irgendeiner Form dem totalitären Anspruch der Freikirchen-Ideologie widerspricht, scheint wenig mehr als typischer Freikirchen-Fundamentalismus.
Übrigens: Dieselben Kreise sehen auch in Pokémon die Mächte des Bösen am Werk:
Diese Sammelaktionen der Migros sind gelungene Werbekampagnen, um mit Kinderspielzeug Verkäufe anzukurbeln (ab einem bestimmten Einkaufswert erhält die Kundin oder der Kunde eine odere mehrere Figuren/Steine/Objekte), und auch der neueste Streich der Migros dürfte wieder grossen Anklang finden; nicht zuletzt, weil die Spielsteine einen durchaus hochwertigen Eindruck hinterlassen:
Wie 20minuten-Online berichtet, ist «Animanca» aber nicht gänzlich unumstritten:
Die Kritik kommt von «Jesus.ch»:
Bei Jesus.ch, einer Seite des Vereins «Livenet», handelt es sich um ein Freikirchen-Organ in trendiger Aufmachung. Es entbehrt also nicht einer gewissen Ironie, wenn Freikirchen, wo u.a. gelehrt wird, Evolution gebe es nicht und Homosexualität sei eine «Sünde» und «Krankheit», Spielzeug als «esoterisch» kritisieren. Ein Blick in die Argumente von Jesus.ch ist aber dennoch angebracht.
Jesus.ch kritisiert zunächst, dass die Animanca-Steine, die als Amulette genutzt werden können bzw. sollen, von der Migros ausdrücklich als mit besonderen Kräften ausgestattet angepriesen werden:
Die «mytischen» [sic] Steine, wie sie von der Migros bezeichnet werden, sollen «das Tier und Kräfte in uns wecken». Es seien «Steine mit geheimnisvollen Symbolkräften».«Doch Vorsicht: Es gibt Steine, die du besser nicht einsammeln solltest», wird in der Ankündigung erwähnt. Weshalb, wird nicht erklärt.Jesus.ch mutmasst mit dem letzten Satz, dass Migros dieses Kinderspielzeug nicht nur als solches ansieht, sondern bewusst Esoterik verbreiten will. Eine Mini-Verschwörungstheorie kann ja nie schaden.
Was für Kräfte? Tönt doch recht esoterisch. Ein Anruf beim Migros-Genossenschafts-Bund brachte keine Klärung. Man gab sich eher bedeckt und erstaunt: Nein, hiess es, man sehe hier nichts Esoterisches, das sei nur ein Spiel, man wolle die kritische Anfrage jedoch weiterleiten. Die Idee dieser Werbung sei Migrosintern [sic] entwickelt worden. Kann es sein, dass die Verantwortlichen wirklich nur das Spielerische gesehen haben?
Und warum ist das Ganze ein Problem? Nicht, weil Esoterik an sich irrational ist, sondern weil es den christlichen Kirchen nicht passt:
In Europa wandte sich die christliche Kirche schon früh gegen den Aberglauben, zu dem auch Amulette gerechnet wurden. Das hinderte den Volksglauben aber nicht daran, an Amuletten festzuhalten.
Fazit
Die Migros-Sammelaktion «Animanca» ist zweierlei: Eine Werbe-Aktion und Kinderspielzeug. In der Tat ist dieses Spielzeug mit esoterisch-animistisch klingendem Vokabular versehen - es ist aber ziemlich eindeutig, dass Migros nicht versucht, Kindern beizubringen, diese Magie sei Wirklichkeit.
«Animanca» ist ein Spiel, in welchem fiktionale Regeln zur Anwendung kommen. Das machen Kinder angeblich von Zeit zu Zeit: Ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Die Kritik von Jesus.ch ist nicht gerechtfertigt, da lediglich bemängelt wird, Kinder übten sich in Tätigkeiten, welche für christliche Glaubenssysteme (angeblich) nicht zulässig sind. Die Auslegung von Jesus.ch, dass Christen jede Form von fiktionaler Unterhaltung ablehnen müssten - also keine Bücher, Filme, Musik, Spiele usf. mit fiktionalen Inhalten geniessen dürfen - , welche in irgendeiner Form dem totalitären Anspruch der Freikirchen-Ideologie widerspricht, scheint wenig mehr als typischer Freikirchen-Fundamentalismus.














