30. Juli 2010

If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck...

In der Regel haben die Einträge auf diesem Blog einen, mehr oder weniger aktuellen, Bezug zu Geschehnissen in der Schweiz. Dieser Blogeintrag ist ein wenig anders: Ich möchte eine in Israel durchgeführte Studie aus dem Jahr 2001 thematisieren. Deren Titel ist «Effects of remote, retroactive intercessory prayer on outcomes in patients with bloodstream infection: randomised controlled trial.» (hier herunterladbar).
Die Studie ist nur zwei Seiten lang, der Inhalt aber hat es in sich: Mittels Doppelblindverfahren wurde untersucht, ob Gebete einen Einfluss auf den Verlauf einer bestimmten Krankheit haben. Das ist aber nicht alles: Es handelt sich um «retroaktive» Gebete (der Autor nennt dies «retroactive intervention») - es soll geprüft werden, ob Gebete im Jetzt einen Einfluss auf vergangene Krankheiten haben.
Der Versuch wurde im Jahr 2000 durchgeführt; der Zeitraum, welcher «retroaktiv» beeinflusst werden sollte, sind die Jahre 1990 bis 1996. Der Autor kommt zu folgendem Schluss:
Remote, retroactive intercessory prayer can improve outcomes in patients with a bloodstream infection. This intervention is cost effective, probably has no adverse effects, and should be considered for clinical practice. Further studies may determine the most effective form of this intervention and its effect in other severe conditions and may clarify its mechanism.
Diese atemberaubend unsinige Studie zeigt auf, dass nicht alles, was wissenschaftlich verpackt wird auch wirklich etwas mit Wissenschaft zu tun hat. Insbesondere wird klar, dass quantitative Auswertungen (Stichwort «statistisch signifikant») benutzt werden können, um über sinnlose Grundannahmen einer Studie hinwegzutäuschen.

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