2. Oktober 2010

«DOK»: Jenseits retour. Nahtod-Erlebnisse und ihre Konsequenzen

Mit der «DOK»-Ausgabe vom 30. September, «Nahtod-Erlebnisse und ihre Konsequenzen», hat sich das Schweizer Fernsehen selbst übertroffen. Auf eine sachliche Reportage über «Nahtod-Erlebnisse» und den Umgang mit diesen hoffend, entpuppt sich der Film schnell als vollkommen unkritisches, durch und durch pseudowissenschaftliches Machwerk.

Dieser Film dreht sich um die «Nahtod-Erlebnisse» dreier Menschen, welche im Rahmen dieser Erlebnisse übersinnliche Erfahrungen gemacht zu haben glauben. Der diese drei Geschichten kommentierende «Experte» ist Walter von Lucadou, ein ausgewiesener Pseudowissenschaftler.

Eines vorweg: Der Film ist, von der Machart, eindeutig verzerrend (wobei zu bemerken ist, dass Filme grundsätzlich verzerren und stärker als z.B. Text das Emotionale ansprechen): Zahlreiche Einstellungen sind wenig relevant und nur konstruiert, um «gruselige» Stimmung aufkommen zu lassen (erkennbar an der schwachen Ausleuchtung und der Dominanz grün-blauer Farbtöne).
Die Tonspur abseits des Gesprochenen könnte einem Horrorfilm entstammen; es würde mich nicht wundern, wenn die dafür Verantwortlichen mit der Videospielreihe «Silent Hill» gut vertraut sind (hier eine beliebige Hörprobe aus «Silent Hill») - damit sage ich nicht, dass die Filmemacherin Musik bzw. Ton plagiarisiert hat, sondern, dass es sich dabei um Ton handelt, welcher eine bestimmte auf der emotionalen Ebene wirkende Atmosphäre aufkommen lassen soll.
Dieser eher formalen Ebene werde ich mich im Weiteren nicht mehr widmen; nicht zuletzt, weil in diesem Film dem gesprochenen Wort Vorrang vor den gezeigten Bildern gegeben wird. Die Bilder sind nur dazu da, dem Gesprochenen mehr vermeintliche Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Die Grundhaltung des Filmes wird mit einem «appeal to authority»-Fehlschluss, einem Zitat William Shakespeares, zu Beginn aufgezeigt (ca. 00:03:15): «Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt».
Dieses Zitat ist in seiner Willkür unverständlich. Warum das, ausgesprochen vage, Zitat eines Dichters, welcher vor fast 400 Jahren gestorben ist, verwenden? Warum einen «appeal to authority» durchführen, wenn die verwendete Autoritätsperson nichts mit dem Gegenstand, welchem Glaubwürdigkeit verliehen werden soll, gemein hat? Der «appeal to authority»-Fehlschluss kann, richtig eingesetzt, ein mächtiges Instrument der Überzeugung sein; in diesem Fall irritiert es (mich persönlich) aber eher und fällt sofort als «appeal to authority» auf, da nicht intuitiv klar ist, warum Shakespeare im Kontext des Themas relevant sein soll. Kurz gesagt: Dieser «appeal to authority» misslingt.

Der Film portraitiert drei Personen und ihre «Nahtod-Erlebnisse»:
Der Vollständigkeit halber hier noch ein Screenshot des «Experten» Walter von Lucadou:
Im Folgenden möchte ich die Geschichten der drei Personen kurz zusammfassen und einige der Kommentare des «Experten» Walter von Lucadou erwähnen.

Hans Fickler
Bei Hans Fickler wurden nach seinem «Nahtod-Erlebnis» «Erinnerungen an die Vergangenheit» wach. Nicht an die eigene, sondern an die eines «früheren Lebens». Ihm ist der grösste Teil des Filmes gewidmet: Hans Fickler macht sich auf in die USA, um zu erforschen, wer er in seinem vermeintlichen früheren Leben war. Dieses Vorhaben beschreibt Hans Fickler angeblich als «sein persönliches Finale» (ca. 00:09:55).
Der «Road trip» Hans Ficklers hat etwas Sympathisches: Ein 78-Jähriger tut sich auf, seinen Lebenstraum zu verwirklichen, kämpft gegen das Alter, gegen die Angst, «verrückt» zu sein, gegen Höhn uns Spott - eine Art archetypsiches Heldenepos. Dieses abenteuerliche Erlebnis am Lebensabend mag auch eine skeptische Zuschauerin, ein skeptischer Zuschauer Hans Fickler gönnen.

Wie genau Hans Fickler den Weg in die USA findet, ist unklar. Ab Minute 8 wird erklärt, Hans Fickler habe Erinnerungen «als sein eigener Vorfahre», als «Herr Fickler des 19. Jahrunderts von Deutschland nach Amerika ausgewandert ist». Bedeutet dies, dass Hans Fickler bereits wusste, dass seine Vorfahren, oder ein Teil davon, in die USA emigrierten?
Ergänzt wird diese Aussage durch eine Anekdote (der Voiceover nennt sie einen «wunderlichen Zwischenfall»): In der Schule habe sein Lehrer während dem Vorlesen eines englischen Textes gefragt, ob Hans Fickler Verwandte in Amerika, und zwar in Omaha im Bundesstaat Nebraska, habe. Der Lehrer habe gesagt, ihm sei unerklärlich, dass Hans Fickler Wörter benutzte, welche «rein aus diesem Gebiet» kämen. Wenn der Lehrer nicht in Omaha gewesen wäre, wüsste er das gar nicht und die Wörter wären ihm auch nicht aufgefallen.
Aus der Erklärung dieser Anekdote geht nicht hervor, ob Hans Fickler diesen Text selber geschreiben hatte. Wenn nicht, ist dieser «wunderliche Vorfall» gänzlich uninteressant. Wenn er ihn aber selber geschrieben hatte, bieten sich einige naheliegendere Erklärungen an: Der Lehrer hatte den Schülerinnen und Schülern selber diese Worte, bewusst oder unbewusst, beigebracht. Oder: Die Eltern oder sonstige Verwandte hatten noch, direkt oder indirekt, Erfahrungen mit Omaha (ein Teil der Vorfahren stammt ja von dort) und haben das Vokabular Hans Fickler weitergegeben. Oder: Der Lehrer hatte sich getäuscht. Oder: Hans Fickler hatte zufällig bestimmte Ausdrücke benutzt.

Im weiteren Verlauf des Filmes findet Hans Fickler tatsächlich diesen Vorfahren (er trug den Namen Gottlieb Fickler). An dessen Grab stehend, sagt die Filmemacherin (00:46:27): «Wenn wir es jetzt etwas überspitzt formulieren, dann stehen Sie jetzt an Ihrem eigenen Grab».

Wie taktvoll.

Kommentar des «Parapsychologen»:
Ab Minute 13 erklärt von Lucadou, wie es möglich sein soll, dass Erinnerungen aus vergangener Zeit plötzlich im Traum erscheinen.
«Es gibt einen ganz modernen Ansatz, der sagt, dass unser Gehirn gewissermassen ständig sozusagen auf noch ne zusätzliche andere Art als wir bisher glauben mit unserer ganzen Umgebung verbunden ist».
Oh oh, das klingt nach...
«Die Verbindung ist allerdings nicht so eine einfache Verbindung, man nennt das eine Verschränkungskorrelation».

Tatsächlich: Von Lucadou benutzt den aktuell heissesten «cop-out» der Pseudowissenschaft, Quantenverschränkung aus der Quantenmechanik, um seine hanebüchenen Behauptungen zu rechtfertigen. Pseudowissenschaft par excellence.

Emma Otero
Emma Otero erlitt nach der Geburt ihres dritten Kindes Komplikationen: Sie verlor viel Blut und war dem Tode nahe. Der Voiceover sagt, sie habe eine «wunderschöne» Nahtoderfahrung gehabt, bei der eine Art «Lebensfilm» abgelaufen sei. Darin seien auch unbekannte Bilder vorgekommen, von welchen Emma Otero «ganz klar» gewusst habe, sie würden zu ihrem Leben gehören, es sich also um Zukunftsvisionen handelte; Dinge, welche noch eintreten würden. Insbesondere ein Bild habe sich von den anderen abgehoben, ein Bild «besetzt mit Angst und Schrecken»: Eine halbnackte, auf dem Boden liegende Person, welche «man nach Gewalt lange nicht findet», «auf Zeitungen» und «neben einem Gestell».
Diese «Schreckensvision» hat das Leben Emma Oteros nachhaltig geprägt. «Angst und Panik» hätten die junge Mutter immer wieder beherrscht, jahrelang, hätten auch das Familienleben überschattet. Das Bild der toten Person liess sie nicht los. Als ihre Kinder älter wurden und Abends in den Ausgang zu gehen begannen, wurde die Situation «unerträglich»; Emma Otero war ständig um das Wohlergehen ihrer Kinder besorgt.
Zwanzig Jahre nach diesem «Nahtod-Erlebnis», bei welchem Emma Otero eine Tochter gebar, ereilte eben diese Tochter ein Unglück: Sie erlitt eine Hirnblutung, an welcher eine «angeborene Missbildung» schuld war. Emma Otero fand ihre bewusstlose Tochter in ihrer Wohnung, und zwar so, wie sie es in der Vision während des «Nahtod-Erlebnisses» gesehen hatte: Auf dem Boden, von Zeitungen umgeben, bei einem Regal.
Emma Otero beschreibt ab ca. Minute 21, dass dieses Ereignis eine Art kathartische Wirkung hatte: Es gehe ihr besser denn je, meint der Voiceover. Emma Otero ist überzeugt, ihre Tochter sei «dort aufgehoben, in dieser anderen Dimension».

Was ist von Emma Oteros Geschichte zu halten? Sollte alles Erzählte der Wahrheit entsprechen, könnte der Eindruck entstehen, es sei tatsächlich Übersinnliches im Spiel. Eine trockenere Erklärung (welche nicht bedeutet,  Emma Oteros jahrelanges Leiden sei für sie und ihre Angehörigen nicht belastend gewesen) wäre: Ein Ereignis mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit ist eingetreten. Zunächst zur Todesursache der Tochter: Hirnblutungen scheinen in die Kategorie der «Herz-Kreislauf-Erkrankungen» zu gehören. Ein Blick in aktuelle Statistiken offenbart, dass diese Krankheitsgruppe im Schnitt die häufigste Todesursache in der Schweiz ist (Quelle):
Dass der Ort, an dem sich die Hirnblutung ereignete, in einer Wohnung, neben einem «Regal» und von «Zeitungen» umgeben, scheint ebenfalls nicht aussergewöhnlich.

Kommentar des «Parapsychologen»:
Von Lucadou erklärt ab Minute 22, Emma Oteros Erlebnisse seien ein «ganz typischer Fall», was ihn glauben lässt, er sei «absolut authentisch», also weder erfunden noch eingebildet. Warum der Umstand, dass es sich angeblich um einen «typischen» Fall handelt, bedeuten muss, dass dieser nicht erfunden oder eingebildet ist, ist unklar - dies ist einer der Gründe, warum anekdotische Evidenz unzuverlässig ist. Zudem besteht die Möglichkeit, dass alle Fälle, mit welchen von Lucadou seine Typologie aufbaut, erfunden oder eingebildet sind.
Es sei «genau die Funktion von solchen [sic] Wahrträumen»; sie hätten nicht die Funktion, die Zukunft zuverlässig vorauszusagen - das «geht gar nicht, das weiss man heute» (also können Nahtod-Erlebnisse die Zukunft voraussagen, aber nicht «zuverlässig»; «man» weiss das schliesslich). Zweitens hätten sie nicht die Funktion, die Zukunft zu verändern - «das kann man nicht, das wäre eine Paradoxie» (so aber geht offenbar alles logisch auf) -, sie hätten «eigentlich» die Funktion, den Menschen zu schützen, «nämlich vor einem Schock, einer Traumatisierung».

Also: Ein Erlebnis, welches Emma Otero zwanzig Jahre lang quälte und ihr Leben mit Angst und Schrecken füllte, soll die Funktion gehabt haben, vor einem bevorstehenden Schock zu schützen.
Es ist interessant, dass der «Parapsychologe» von Lucadou nicht nur meint, zu wissen, dass bestimmte Nahtod-Erlebnisse «authentisch» sind, sondern auch, warum diese auftreten.

Claire Stiefel
Im Alter von 6 ahren hatte Claire Stiefel einen Unfall auf dem Greifensee, sie ertrank beinahe. Plötzlich sei aber die Angst weg gewesen. Es sei «umfassend» und «ergreifend» und «erschütternd» gewesen; nachdem dieses «schöne Gefühl» aufhörte (als sie gerettet wurde), sei sie sehr traurig gewesen. Sobald sie von diesem «tiefgreifenden, mystischen» Erlebnis erzählt habe, hätte sie ihre Famile verteufelt.
Dieses «Nahtod-Erlebnis» habe, so der Voiceover, Claire Stiefel «völlig umgekrempelt»; sie sehe «Dinge, die andere nicht sehen». Claire Stiefel erzählt, sie habe «Wesen» gesehen, «Lichter um Bäume». Ihre Andersartigkeit hätten Claire Stiefels Eltern mit Gewalt bestraft; verzweifelt, habe sie in einem bestimmten Wald «übernatürlichen Beistand» erhalten (ab ca. Minute 33): Ein Baum habe mit ihr Kontakt aufgenommen. Dieser Baum habe ihr «ganz deutlich» gesagt «Schau mich an, das geht vorbei». Auf Claire Stiefels Rückfrage, wie denn, habe der Baum sie darauf aufmerksam gemacht, sie solle den Wind «als Helfer» wahrnehmen. Von da an habe sie den Wind rufen können, dann sei er gekommen; sie habe sich «so verbunden» gefühlt mit «diesen Energien».

Weiter erzählt Claire Stiefel von einem Ereignis während einer Firmenfeier am Arbeitsplatz ihres Ehemannes. Sie habe einer jungen, «kerngesunden» Frau die Hand geschüttelt und habe sofort gewusst, dass diese Frau sterben werde. Das habe sie erschüttert; sie habe versucht, ihr «Energien» und «Heilenergien» zu schicken, was «man sich so vorstellt» - aber eines des Wesen, welche ihr erscheinen («Helfer» nennt sie sie), habe ihr mitgeteilt, das gehe sie nichts an. So kam es zu ihrer ersten Sterbebegleitung: Die junge Frau erkrankte tatsächlich (später wird erwähnt, die Frau habe an Krebs gelitten), etwa ein halbes Jahr lang begleitete sie Claire Stiefel, bis zum Tod. Seit 30 Jahren ist Claire Stiefel «nach Feierabend» (was wohl «unentgeltlich» bedeutet) als Sterbebegleiterin unterwegs.
Falls die Frau an der Firmenfeier wirklich «kerngesund» war, also noch nicht an Krebs erkrankt, fällt auf, dass Claire Stiefel nicht in Betracht zieht, dass vielleicht eben sie selber, durch die Berührung, dieser jungen Frau Krebs gegeben hat. Auch diese Möglichkeit passt in den fantastischen Rahmen der Geschichte bzw. in den unzuverlässigen Rahmen anekdotischer Evidenz.

Zunächst könnte der Eindruck entstehen, dass Claire Stiefel, eine Frau, welche mit Bäumen spricht und unsichtbare «Helfer» rufen kann, bleibende organische oder psychische Schäden in ihrer Kindheit erlitten habe - vielleicht weniger bei ihrem «Nahtod-Erlebnis» und mehr aufgrund der angeblichen Misshandlung durch die Eltern. Ich möchte mich aber nicht in Populärpsychologie üben, darum lohnt der Blick auf eindeutigere Dinge. Z.B. Claire Stiefels Webseite.

Claire Stiefels Portrait zeigt, dass sie über «Qualifikationen» in einem ganzen Katalog pseudowissenschaftlicher «New Age»-Praktiken verfügt:

Es gibt also einen wesentlichen Unterschied zwischen Hans Fickler und Emma Otero einerseits und Claire Stiefel andererseits: Claire Stiefel geht es ums Geschäft.
Und was ist mit ihrer Tätigkeit als Sterbebegleiterin? Es fällt auf, dass sie Vorstand in jenem Verein ist, wo sie auch ihre «Ausbildung» gemacht hat (Quelle). Der Verein finanziert sich, gemäss den Statuten, durch «Beiträge der Kirchgemeinden» und «Beiträge der öffentlichen Hand»; ob die Schulungen, welche der Verein anbietet, kostenpflichtig sind, ist unklar.

Kommentar des «Parapsychologen»:
Von Lucadous Aussagen zu Claire Stiefel werden im Film kurz gehalten. Der «Parawissenschaftler» erklärt ab Minute 38, es sei ein Fehler, zu glauben, «ich brauche da jetzt positives Denken hinschicken und irgendwie ein bisschen meditieren und dann wird schon alles gut». Im «wirklichen Leben» müsse man «auch wirklich was tun für die Leute», «da muss man wirklich mit den Leuten sprechen und man muss sich wirklich drum kümmern», «und wenn diese Erlebnisse eine Aufforderung dafür sind, dann geht man richtig damit um».

Es ist interessant, wie süffisant sich von Lucadou über die Vorstellung äussert, man könne einfach ein bisschen «positives Denken hinschicken» und alles werde gut. Die Behauptung Claudia Claire Stiefels aber, mit Bäumen und unsichtbaren «Helfern» zu parlieren, scheint ihm sinnig.
Dass sich Claudia Claire Stiefel im Übrigen selber widerspricht, indem sie «gestiges Heilen» und «Energiearbeit» praktiziert, verwundert nicht weiter.

Fazit
Das Schweizer Fernsehen hat mit diesem Film einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht: Ein derart von Aberglaube und Pseudowissenschaft triefendes Erzeugnis, welches nicht den Hauch einer kritischen Hinterfragung bietet, ist für sich genommen beklagenswert.
Im Kontext eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ist der Film alarmierend: Es darf nicht sein, dass solch antiaufklärerische Stimmen über den wohl wichtigsten schweizer Rundfunkkanal ungehinderten  Zugang zur Öffentlichkeit erhalten.

Update 26.11.2010
  • Im Abschnitt «Kommentar des «Parapsychologen» » habe ich Claire Stiefel fälschlicherweise zwei Mal als «Claudia» Stiefel bezeichnet.
  • In der Zwischenzeit habe ich eine ausführliche Reaktion der Ombudsstelle DRS erhalten und kläre ab, ob ich diese auf dem «skeptiker-blog» veröffentlichen darf.
  • Ich habe den Titel des Blogeintrags ergänzt: Der volle Filmtitel lautet «Jenseits retour. Nahtoderlebnisse und ihre Konsequenzen».

38 Kommentare:

gwendolan hat gesagt…

Am besten schickst du gleich der Ombudsstelle der UBI eine Beanstandung und zur ausführlichen Begründung einen freundlichen Link zu deinem Artikel. ;-)

(http://www.ubi.admin.ch/de/themen_ombudsstellen.htm)

Die Frist läuft noch.

Marko Kovic hat gesagt…

Merci für den Tip - ich habe tatsächlich mit der Ombudsstelle Kontakt aufgenommen.
Ich bezweifle zwar, dass meine Beanstandung ernst genommen wird, aber die Begründung für die Ablehnung o.ä. dürfte interessant werden ;)

Anonym hat gesagt…

Als ich auf diesen Artikel gestossen bin, habe ich mich zuerst gefreut. Nach dem Lesen musste ich leider feststellen, dass hier keine schlagkräftigen Gegenargumente aufgeführt werden. Ich kann mir immer noch nicht erklären, wieso der alte Mann diese realen Dinge geträumt hat..? Ausserdem finde ich es sehr interessant, berichtet das SF auch über Ereignisse die noch nicht wissenschaftlich ergründet sind.

(In der Statistik über Todesursachen ist übrigens zu sehen, dass Frauen bis 24 Jahre praktisch nie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben.)

Marko Kovic hat gesagt…

Zur Statistik: Ich habe "im Schnitt" geschrieben.

Zu den Ereignissen: Erstens gibt es keinerlei Beweise, dass das, was Herr Fickler angeblich geträumt hat, "real" war. Zweitens wäre die (von Ihnen behauptete) Abwesenheit von Erklärungen für die Erlebnisse Herr Ficklers kein Beweis für Übersinnliches.

Was Sie von mir fordern, ist, zu beweisen, dass es sich bei den Dingen aus dem DOK-Film nicht um Übersinnliches (oder wie man es auch nennen möchte) handelt. Diese Forderung ist aber ein Fehlschluss: Es liegt z.B. an Walter von Lucadou, zu beweisen, dass seine Aussagen stimmen. Solange das nicht der Fall ist - und eben das behaupte ich mit dem Artikel - sind diese Aussagen ungültig.

Marko Kovic hat gesagt…

Noch ein kleiner Nachtrag zur Statistik mit den Todesursachen: Ja, die Statistik zeigt, dass Frauen bis 24 selten an Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben.
Aber die Statistik zeigt, dass Frauen bis 24 bisweilen eben doch an Herz-Kreislauf-Krankehiten sterben.
Wenn dieses Ereignis eintritt, ist daran nichts übernatürlich.

Zudem ist die für diesen Fall relevante Todesursache, eine Hirnblutung, ein medizinisch erklärbarer Vorgang. Auch, wenn gemäss Statistik noch nie beobachtet worden wäre, dass eine 24-jährige Frau an den Folgen einer Hirnblutung stirbt, wäre es in keiner Weise unnatürlich, wenn dieses Ereignis zum ersten Mal einträte.

Mit freundlichen Grüssen
Marko Kovic

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Kovic
Wie kommen Sie eigentlich dazu, Herr von Lacadou
als "Pseudowissenschaftler" zu betiteln?
Sind Sie selbst ein Experte auf diesem Gebiet, oder bloss ein SF-DRS Gegner? Oder sind die Infos im Wikipedia gefälscht?



Dr. rer. nat. Dr. phil. Walter von Lucadou


■geboren 1945
■Studium der Physik und Psychologie in Freiburg im Breisgau und Berlin
■1979 bis 1985 wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Psychologie und Grenzgebiete der Psychologie der Universität Freiburg im Breisgau
■1985 bis 1987 Gastprofessor am Parapsychologischen Laboratorium der Universität Utrecht (Niederlande)
■1987 Forschungsaufenthalt an der Princeton University (USA)

■seit 1989 Leitung der Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg im Breisgau
■2001 Outstanding Contribution Award der Parapsychological Association
■Mitherausgeber der Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, und der Zeitschrift Cognitive Systems

Marko Kovic hat gesagt…

Die akademische Karriere von Lucadous leugne ich nicht. "Parapsychologie" ist aber der Inbegriff von Pseudowissenschaft. Eine akademische Laufbahn ist keine "carte blanche", welche befugt, alles als Wissenschaft zu verkaufen. Ähnlich kritisiere ich z.B. in diesem Blogeintrag wissenschaftlich ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, welche wissenschaftliche Prinzipien aufgeben, um "Komplementärmedizin" zu propagieren.

Wie ich in einem Kommentar weiter oben zu erklären versuche, sind die Behauptungen von Lucadous pseudowissenschaftlich, weil er ein (angebliches) Fehlen von Erklärungen für (angebliche) Ereignisse als "übernatürlich" behauptet. Das ist die Antithese zu wissenschaftlichem Vorgehen: Aussagen müssen durch argumentative und empirische Konsistenz gestützt werden. Dazu mein Standardbeispiel: Bevor ein Medikament in den Verkauf kommt, muss erwiesen sein, dass die angepriesene Wirkung vorhanden ist, die Nebenwirkungen verhältnismässig sind und es muss eine theoretische Erklärung für den Wirkungsmechanismus vorliegen. Pseudowissenschaft hingegen wäre es, für ein Medikament eine Wirkung zu behaupten und zu sagen, die Wirkung sei vorhanden gerade weil es keine Beweise für das Vorhandensein der Wirkung gibt.

Als "SF-DRS-Gegner" sehe ich mich eher nicht. Ich kritisiere bestimmte Inhalte des Schweizer Fernsehens, fordere aber keine Abschaffung des Schweizer Fernsehens an sich o.ä. Ich stelle aber tatsächlich höhere Ansprüche an öffentlich-rechtliche als an private Medien.

Mit freundlichen Grüssen
Marko Kovic

Anonym hat gesagt…

Sie bezeichnen Herr von Lacadou eingangs aber explitzit als "Experten" und ausgewiesenen Pseudowissenschaftler.

Es ist für den Wahrheitsgehalt auch nicht von Bedeutung, ob Sie die Hintergrundmusik als 'gruselig' empfinden.
Das erwähnte Zitat stammt beispielsweise auch nicht von Shakespeare, wie Sie schreiben und ob es die persönliche Meinung des Autors wiedergibt, ist nicht überliefert. Vielmehr hat Shakespeare diesen Satz einer Figur in einem seiner Theaterstücke, nämlich Hamlet (nach dessen Begegnung mit dem Geist seines Vaters), in den Mund gelegt. Willkürlich ausgewählt ist das Zitat in diesem Zusammenhang also nicht.

Ich bin selbst kein Anhänger der Räucherstäbchen-Fraktion, aber wer derart über ein anderes Weltbild herzieht, sollte selber ein etwas höheres Mass an "Wissenschaftlichkeit" einhalten.
Sie laufen sonst Gefahr, dass man sie als "Pseudojournalist" einstuft...

Marko Kovic hat gesagt…

Von Lacadou erfüllt in diesem Dokumentarfilm die Funktion des kommentierenden Experten. "Experte" meint eine Person, welche überdurchschnittlich viel Expertise auf einem Gebiet vorzuweisen hat. Von Lacadous Fachgebiet ist in diesem Film eben, wie ich argumentiere, ein pseudowissenschaftliches.

Die "gruselige" Musik ist selbstverständlich wichtig: Das ist eines der filmischen Elemente, welche suggestiv wirken soll. Film ist ein audiovisuelles Medium, welches sehr gut Emotionen ansprechen kann, was eben hier passiert. Der Einsatz der Musik ist nicht zufällig.

Dass das Zitat von Shakespeare stammt, wird im Film behauptet. Ich übernehme die Aussage des Filmes - vlg. 00:03:16.

Nicht, dass ich mich im Entferntesten als Journalist sähe, aber: Wer publizistische Arbeit verrichtet, gilt als Journalist. Ich verstehe nicht, was Sie mit "Pseudo-Journalist" meinen. Jemanden, der oder die mit unsichtbarer Tinte schreibt?

Mit freundlichen Grüssen
Marko Kovic

Anonym hat gesagt…

Lieber Herr Kovic!
Ihr Glaube, Naturwissnschaft sei ein allumfassendes Instrument, alles erkären zukönnen, macht Sie blind. Alles, was mit diesem Instrument nicht erfassbar sei, wird diffamiert. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, ob dieses Instrument wirklich in der Lage ist, alles zu erfassen. Dies erscheint mir als anmaßend, arrogantund überheblich. Ihre Ausführungen halte ich eher für inquisitorisch und scheinen mir nichts mit freiem Forschergeist zu tun zu haben.
Sie stehen in der Nachfolge der Kirchen, die meinten, jeder andere Glaube müsse vertilgt werden.
Trotzdem wünsche ich Ihnen eines vor allem, nämlich mehr Seele, auch wenn Sie mit diesem Wort und der dahinterstehenden Bedeutung vermutlich nicht viel anfangen können, trotzdem alles Gute und vor allem mehr Toleranz.

Marko Kovic hat gesagt…

Ihr Glaube, Naturwissnschaft sei ein allumfassendes Instrument, alles erkären zukönnen, macht Sie blind. Alles, was mit diesem Instrument nicht erfassbar sei, wird diffamiert. Ihr Glaube, Naturwissnschaft sei ein allumfassendes Instrument, alles erkären zukönnen, macht Sie blind. Alles, was mit diesem Instrument nicht erfassbar sei, wird diffamiert.

Sicher ist Wissenschaft nur ein Instrument, welches die Welt vielleicht nie gänzlich erklären wird.
Aber das Prinzip der wissenschaft, kritisches Denken, ist nicht einfach eine Ideologie wie jede andere. Im Rahmen des wissenschaftlichen Erforschens ist a priori nichts ausgeschlossen, alles ist möglich, und vorläufig als "wahr" angesehenes Wissen kann von heute auf morgen umgestossen werden.

Um aber eine Behauptung als zutreffend anzusehen (z.B., dass Person X mit Bäumen sprechen kann) bzw. als unzutreffend zu erklären (z.B., dass in Hühnereiern enthaltenes Cholesterin den Cholesterinspiegel im menschlichen Körper nicht beeinflusst), sind dafür gute theoretische und empirische Argumente nötig. Wenn solche Argumenation ausbleibt, ist die Behauptung nicht gültig, ist sie irrelevant.

Ein Beispiel: Die Erlebnisse der drei Personen im DOK-Film sind in Tat und Wahrheit das Resultat von unsichtbaren Energiestrahlen, welche eine Kolonie von Zauber-Einhörnern auf Jupiter zu uns auf die Erde schickt.

Diese fantastische Erklärung ist irrelevant, solange ich sie nicht durch Argumente begründe. So, wie dies in meinem Einhörner-Modell fehlt, fehlt dies auch im DOK-Film.

Mit freundlichen Grüssen
Marko Kovic

Robert Konieczek hat gesagt…

Interessant!
Ich habe eben hier in Deutschland zum Teil die (offensichtliche) Wiederholung dieser Dokumentation gesehen. Im Großen und Ganzen erklärt diese Doku nichts von dem was behauptet wird, unterhaltet aber ganz gut. Der Herr Fickler ist schon ein Netter. ;)
Am Ende habe ich an die deutschen verkommerzialisierten Werberunterbrechungen gedacht in denen ganz schrecklich schlimme Familien gezeigt werden, die durch übernatürlich guten Psychiatern zusammenfinden. Dabei werden von heut auf übermorgen all die drogensüchtigen Kinder ganz artige Spielbuben. Tatsache ist aber, dass all die Leute ein paar Euronen erhalten um mal ihr unausgereiftest schauspielerisches Können darzubieten. Hat vielleicht nicht alzu viel mit dieser Sendung hier zu tun...oder?!
Vielleicht glaubt ja dieser Sender hier, dass sich alle Konsumenten dieser Darbietung gern einige wichtige Details erdenken wollen, weil es ja sonst langweilig wird. ;)
All die Argumente und logischen Schlussfolgerungen von Herrn Kovic kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch, wenn unter Umständen gewisse Dinge wahr sein könnten...was aber immernoch nachgewiesen werden müsste. Daran liegt nämlich tatsächlich kein wirklicher Ansatz. Aus meiner Sicht sollte man immer alles hinterfragen...so wie es sehr viele Menschen im Laufe unserer Geschichte schon getan haben. Sonst wären wir wohl nicht dort wo wir gerade als Menschheit sind. Ich nehme an Hr. oder Fr. Anonym sitzt auch gern in Konferenzen bzw "Versammlungen" der allseits beliebten Scientology oder Zeugen Jehovas Vereinigungen. Diese publizieren doch auch übernatürliches und warum sollte all das "logische" aus deren Büchern denn nicht wahr sein? *koppschüttel
Hinterfragen, nachforschen, auf die Probe stellen und für sich selbst entscheiden ob Wahrheit oder Unsinn verteilt wird. Glaube ich...
Im Enddefekt muss wohl jeder für sich feststellen ob uns oder ob uns nicht der Inhalt dieser Doku "vorran" bringt und unsere folgenden Generationen im richtigen und nützenden Bereich weiterbildet.
btw: Nette Arbeit Hr. Kovic. Unpersönlich, argumentativ und neutral. So sollte es wohl sein. ;)

Anonym hat gesagt…

"Ich nehme an Hr. oder Fr. Anonym sitzt auch gern in Konferenzen bzw "Versammlungen" der allseits beliebten Scientology oder Zeugen Jehovas Vereinigungen."

Man mag daran glauben oder nicht, aber solch untergriffige Beschimpfungen verleiden es einem, die obige Diskussion in diesem Forum weiterhin zu lesen.

Peter Brocker hat gesagt…

Lieber Hr. Kovic,
vielen Dank für ihre Kommentare zu diesem fragwürdigen Machwerk.
Ich war erschüttert, das auch ein ansonsten doch seriöser Sender wie 3Sat, diesen völlig unkritischen Beitrag zur Hauptsendezeit austrahlen konnte.

Anonym hat gesagt…

Warum werden hier Nahtoderfahrungen angezweifelt?
Viel unwahrscheinlicher als diese im Film geschilderten Erlebnisse ist doch, dass es auf einem relativ kleinen blauen Planeten, der um eine von ca. 1 - 2 Milliarden Sonnen, die sich in unserer Galaxie namens Milchstraße befinden, kreist, Lebewesen befinden, die darüber im Schweizer Fernsehen berichten und die hier "bloggen".

Ich verstehe den Filmbeitrag als Anregung bzw. Hinweis darauf, daß es "mehr Dinge gibt, als die Schulweisheit sich erträumen läßt" und dass man sich davor nicht verschließen muß. Es gibt sehr interessante Beiträge zum Thema Nahtod u.a. von Frau Kübler-Ross und von Pim an Lommel.

Ob die Nahtoderfahrungen ein Indiz für ein Leben nach dem Tod sein werden, werden wir ja alle irgendwann erfahren. Bis dahin :-)

Marko Kovic hat gesagt…

Warum werden hier Nahtoderfahrungen angezweifelt?
Viel unwahrscheinlicher als diese im Film geschilderten Erlebnisse ist doch, dass es auf einem relativ kleinen blauen Planeten, der um eine von ca. 1 - 2 Milliarden Sonnen, die sich in unserer Galaxie namens Milchstraße befinden, kreist, Lebewesen befinden, die darüber im Schweizer Fernsehen berichten und die hier "bloggen".


Wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ein Ereignis ist, sagt nichts darüber aus, ob es Beweise für dieses Ereignis gibt. Es ist ein sogenannter 'argument from ignorance'-Fehlschluss, zu sagen, die Behauptungen zu Nahtoderlebnissen, wie sie der DOK-Film macht, könnten stimmen, bloss weil die Welt wissenschaftlich noch nicht gänzlich erklärt ist.

Ich hätte nichts dagegen, wenn 'Nahtoderlebnisse' Superkräfte oder sonstige Fähigkeiten verleihen würden - solange die Beweise dafür plausibel sind. Die Begründungen, wie sie der DOK-Film liefert - das meine Kritik - halten ganz einfacher kritischer Hinterfragung nicht stand.

Mit freundlichen Grüssen
Marko Kovic

Anonym hat gesagt…

Welche plausiblen Gründe gibt es denn für die Entstehung des Universums?

Anonym hat gesagt…

... Unsere Existenz hält eine kritsche Hinterfragung ebenfalls nicht stand und dennoch: da sind wir :-)))

Anonym hat gesagt…

... wir glauben zumindest, dass wir sind. Denn mal ehrlich: das spielt sich ja alles in unserem Kopf/in unserer Vorstellung ab. Mit der Sinneswahrnehmung einer Fledermaus oder der bestimmter Tiefseelebewesen sieht unsere Welt sicherlich ganz anders aus ... Der kluge Sokrates sagte von sich: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und da zolle ich ihm großen Respekt.

Marko Kovic hat gesagt…

@letzte drei Kommentare

Wiederum der 'argument from ignorance'-Fehlschluss: Weil andere Modelle angeblich versagen, stimmen die Aussagen des DOK-Filmes zu Nahtoderlebnissen. Gleichzeitig ist das ein 'red herring'-Fehlschluss: Weil Argumente für die Gültigkeit von Aussage A fehlen, wird eine (in diesem Kontext nicht problematisierte) Aussage B in Frage gestellt (=rhetorisches Ablenkungsmanöver).

... wir glauben zumindest, dass wir sind. Denn mal ehrlich: das spielt sich ja alles in unserem Kopf/in unserer Vorstellung ab. Mit der Sinneswahrnehmung einer Fledermaus oder der bestimmter Tiefseelebewesen sieht unsere Welt sicherlich ganz anders aus ...
Und das ist gerade der Witz kritischen, wissenschaftlichen Weltverständnisses: Unsere primitiven, intuitiven Emotionen geben die Welt nur sehr verzerrt wider - wenn es blitzt und donnert, ist es nur 'natürlich', anzunehmen, irgendwelche Monster treibten im Gewölke ihr Unwesen. Durch kritisches Hinterfragen ist es aber möglich, intersubjektiv nachvollziehbare, rationaliter hergestellte Welterklärungen zu postulieren (welche, sobald ein besseres Argument vorgelegt wird, wieder revidierbar sind). Und mittlerweile ist übrigens auch bekannt, wie Fledermäuse und Tiefseelebewesen die Welt wahrnehmen, eben weil Wissenschaft sich kritisch mit solchen Dingen befasst.

Anonym hat gesagt…

"Wissenschaftsgläubigkeit schädigt sowohl die Wissenschaft wie die menschliche Gesellschaft und damit jeden schwer. Erkenntnis hat den Zweck, möglichst passend einzuschätzen, wie verhalten werden soll, und ist daher oft mit Mühe verbunden. Schwierig zu erreichende Erkenntnis bedarf wissenschaftjicher Forschung. Normale Menschen scheuen die Mühe schwieriger Erkenntnisgewinnung und möchten lieber etwas vorgesetzt bekommen, an das sie, ohne zweifeln zu müssen, klipp und klar glauben können. Dies Bedürfnis wird seit langem durch Regeln befriedigt. Da manche religiösen Aussagen wissenschaftlich widerlegt wurden, wurde unser Glauben erschüttert und ging vielen verloren, so daß ein Bedarf nach Religionsersatz entstand, der in der Wissenschaft, die manches, bisher keineswegs alles, besser erforschen, erkennen und erklären kann, gefunden wurde. Der glaubenswiuige Normalbürger glaubt seitdem an das, was ein anerkannter Wissennschaftler als vielleicht zutreffende Hypothese äußerte, als an eine vermeintlich erwiesene Tatsache. Diesen Humbug fördern manche Wissenschaftler noch dadurch, daß sie ihre Meinungen als Tatsachen suggerieren, wodurch sich eine anerkannte offizielle Wissenschaft ergibt, die sich gegen wissenschaftlich unerläßlich nötige Kritik sperrt. So werden wissenschaftliche Irrtümer herrschend und entfalten verheerende Wirkungen. Um ihnen bewußt entgegenzutreten, prägte der schweizer Physiker Walter Heitler den Begriff: Wissenschaftsgläubigkeit."

Lit.:H. Kaegelmann: Einschätzung und Irrtumskorrektur. 52 S. S. 17,18. K.

Marko Kovic hat gesagt…

@obiges Zitat:

Ähm, ich weiss nicht recht, was das obige Zitat bezweckt, aber ich versuche immer wieder zu betonen, dass eben das beste Argument, die beste Begründung zählt - genau diese Art kritischen, skeptischen Diskurses ist die wissenschaftliche Methode. Das ist das Gegenteil von 'Glauben': Es wird explizit nichts geglaubt, stattdessen werden Begründungen eingefordert.

Ich wiederhole nochmals gerne: Jedes wissenschaftliche Paradigma kann falsifiziert, kann durch neue abgelöst werden. Dafür ist aber gute Beweisführung nötig - und das fehlt bei den Behauptungen rund um 'Nahtoderfahrungen' und 'übersinnliche Fähigkeiten' gänzlich. Es geht nicht an, zu fordern, man solle an übersinnliche Fähigkeiten glauben und anschliessend Kritik an dieser irrationalen Auffassung als 'Wissenschaftsgläubigkeit' abzutun.

Pit hat gesagt…

Ich bin absolut der Meinung, dass solche Berichte kritisch angeschaut werden müssen. Erst recht, wenn es kaum oder gar keine Beweise für die dargestellten Erlebnisse gibt.

Aber...

Überall wo jemand einen Bericht darstellt, kommen Fragen auf. Sogar bei vermeintlichen handefesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen. Leider ist die Existenz von unbeantworteten Fragen als solches noch kein Gegenbeweis. Es könnte jediglich ein Indiz dafür sein. Daher wäre es auch durchaus möglich, sich die fehlenden Fragen eventuell beantworten zu lassen. Anhand solcher Dinge besteht sogar eine gute Möglichkeit, möglichen Lügen und Täuschungen auf den Grund zu kommen. Was aber auch keine Garantie ist.

Meine Haltung: Es könnte wahr sein. Es könnte aber auch nicht wahr sein. Ich weiss es nicht. Es bleiben zuviele Fragen offen.

Es gibt Dinge die sind auch ohne einen wissenschaftlichen Beweis wahr. Zum Beispiel gibt es keine plausible Erklärung für das "Erleben" eines Menschen als solches oder der Frage "Warum kann ich mein Handeln und Erleben wahrnehmen, fühlen? Warum bin ich ICH?". Ein anderes Beispiel. Ich hab gestern ein Bananenshake getrunken. Nein! das kann ich nicht beweisen und ich will es auch nicht. Es reicht wenn ich es weiss. Daher eine andere Frage: Haben Leute, die tatsächlich aussergewöhnliche Erlebnisse durchgemacht haben (Nehmen wir mal an das gäbe es tatsächlich)überhaupt das Bedürfnis etwas zu beweisen?


@Robert Konieczek
[i]btw: Nette Arbeit Hr. Kovic. Unpersönlich, argumentativ und neutral. So sollte es wohl sein. ;) [/i]

Der Bericht stellt in meinen Augen ein Gegenargument dar. Erscheint für mich als nicht neutral. <--- Ein Versuch meinerseits etwas objektiv (ist schwierig) zu werten.

Anonym hat gesagt…

Herr Kovic,
bitte liefern Sie mir doch einen Beweis für Ihre Existenz. Und zwar einen objektiv wissenschaftlichen, dass Sie auch außerhalb meines Kopfes existieren.

teacher hat gesagt…

Tja, es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagt der "Skeptiker". Ein Skeptiker ist kein offener, sondern ein voreingenommener Mensch. Deshalb kommen von ihnen immer nur Kommentare. die alles Übersinnliche leugnen.
Die tiefere Realität ist aber eben nicht physikalisch erforschbar. Das wussten schon Heisenberg und Weizsäcker, die übereinstimmend sagten, die Quantenphysik öffne das Tor zur Metaphysik, und die idealistische Philosophie Platos sei die beste.
Reinkarnation, Leben nach dem Tod - das alles sind Dinge, die heute nur noch Hinterwäldler in Frage stellen....

Anonym hat gesagt…

Das ich selbst auf ein NTE zurückblicken kann, schüttle ich einfach schmunzelnd den Kopf über die - wie von teacher treffend benannten - Hinterwäldler.

Quantenphysik, die Philosophie von Heute und Morgen!

Marko Kovic hat gesagt…

Quantenphysik, die Philosophie von Heute und Morgen!

Quantenphysik ist nicht Philosophie. Quantenphysik ist die genaueste und empirisch am besten beobachtbare Theorie der Naturwissenschaften.

Wenn Sie behaupten, (übersinnliche) Nahtoderlebnisse hätten etwas mit Quantenphysik zu tun, bin ich auf Ihre Berechnungen und Messungen gespannt.

Mit freundlichen Grüssen
Ein Hinterwäldler

Frederic hat gesagt…

Den Herrn Kovic darf man nicht ernst nehmen, er ist ganz einfach ein Besserwisser, der immer das letzte Wort behalten muss, sonst kann er nachts nicht schlafen ...

Robert Konieczek hat gesagt…

Interessant, immer noch.
Neutral ist aus meiner Sicht (Meinung) derjenige Mensch, der eine nachweisbare Tatsache als Ansicht vertritt. Aber nur so lange bis diese widerlegt wird. Neutral ist wohl, wer alle thematisierten Lösungen für wahrscheinlich und möglich hält bis diese als, nach wissenschaftlicher Beweisführung, aussortiert/widerlegt/bewiesen erachtet werden können. Ich habe bei so einigen Anonymen das Gefühl (was wohl auch erstmal nicht nachweisbar ist^^), dass diese sich nicht so recht mit der allgemeinen (universitären) wissenschaftlichen Art der Argumentation (Nachweis/Widerlegung) auseinander gesetzt haben.
In dieser Doku werden nunmal Aussagen getroffen, die so nicht belegt werden. Daher auch "zB" zur Unterhaltung erdacht werden können. Aus diesem Grund auch der Anriss zu "gescriptete" Sendungen aus meinem letzten Kommentar.

Nebenbei: "Ich wünsche allen Beteiligten ein frohes neues Jahr 2012!"

Wissenschaftler hat gesagt…

Ich halte viel von Skeptizismus, insofern er zu Fragen und Überprüfen veranlaßt. Der Seitenbetreiber fragt allerdings nicht, von Überprüfen wollen wir schon gar nicht reden. Es gibt keinen ersichtlichen Grund Herrn von Lucadou die Wissenschaftlichkeit abzusprechen, sofern man sich mit seinen Schriften auseinandergesetzt hat. Hat unser Seitenbetreiber aber nicht, sonst würden wir hier nicht die schlichte Forderung nach "Beweisen" hören. By the way: den "Beweis", daß Herr v. Lucadou ein "Pseudowissenschaftler" sei, bleibt der Seitenbetreiber schuldig ...

Ein anderer methodischer Punkt ist der, daß Wissenschaft nicht allein von "Beweisen" (auch dies übrigens ein schillernder Begriff) lebt, sondern auch von Arbeitsthesen, Hypothesen, Verifizierungen, Modellen, Szenarien, Falsifizierungen. Der verengte "Wissenschaftsbegriff" des Seitenbetreibers hingegen und sein Totschlagargument, das er seit zwei Jahren unermüdlich wiederholt, läßt allerdings aus wissenschaftlicher Sicht darauf schließen, daß der Seitenbetreiber selbst KEIN Vertreter einer wissenschaftlichen Zunft ist, sondern ein allenfalls populärwissenschaftlich bewanderter Mitmensch mit starker Verengung der Sichtweise. Zunächst einmal sind NTE das, was sie sind. Die Erklärungen dazu sind vielfältig, es ist einem Wissenschaftler durchaus zuzumuten, mehrere Erklärungsmodelle referieren zu können, ohne dem einen oder anderen den Vorzug zu geben oder geben zu müssen. Viele Phänomene haben die Menschheit Jahrhunderte bewegt, bis man zu einer allgemeingültigen wissenschaftlichen Erklärung gefunden hat. "Bewiesen" wurden viele bis heute nicht. Skeptizismus bedeutet nicht, Unliebsames vom Tisch zu fegen, sondern bis zur endgültigen Klärung einen distanzierten und fragenden Standpunkt zu vertreten. Ein Wissenschaftskonzept, wie es der Seitenbetreiber hier vertritt, ist jedenfalls keines, das an unseren Universitäten gelehrt würde.

Marko Kovic hat gesagt…

@ obiger Kommentar

Die Sichtweise des "Seitenbetreibers" ist durchaus verengt - auch das ist ein Prinzip der Wissenschaft (vgl. Occam's Razor).
Wer eine Behauptung (oder "Hypothese") aufstellt, muss selber Beweise liefern, welche diese Behauptung stützen. Ansonsten bleibt diese Behauptung irrelevant, hat sie also keinen Anspruch auf Wahrheitsgehalt, erklärt sie nichts.

Es gibt keinen ersichtlichen Grund Herrn von Lucadou die Wissenschaftlichkeit abzusprechen, sofern man sich mit seinen Schriften auseinandergesetzt hat.
Warum von Lucadou ein Pseudowissenschaftler ist, erkläre ich im obigen Blogeintrag und in den darauffolgenden Kommentaren. Stichwort "argument from ignorance".

Skeptizismus bedeutet nicht, Unliebsames vom Tisch zu fegen, sondern bis zur endgültigen Klärung einen distanzierten und fragenden Standpunkt zu vertreten.
Nein. Skeptizismus bedeutet, zu prüfen, ob aufgestellte Behauptungen durch empirische und theoretische Argumente gestützt werden. Skeptizismus bedeutet weiter auch, falsifizierte Hypothesen zu verwerfen - etwa jene, dass Nahtoderlebnisse auf irgendeine Art beweisen würden, es gebe einen Dualismus zwischen physischem Körper und "geistiger" Seele.

es ist einem Wissenschaftler durchaus zuzumuten, mehrere Erklärungsmodelle referieren zu können, ohne dem einen oder anderen den Vorzug zu geben oder geben zu müssen.
Selbstverständlich muss ein Wissenschaftler zwischen unterschiedlichen Erklärungsmodellen diskriminieren - jene, welche empirisch gestützt sind, sind immer besser.

Ein Wissenschaftskonzept, wie es der Seitenbetreiber hier vertritt, ist jedenfalls keines, das an unseren Universitäten gelehrt würde.
Ich weiss ja nicht, wo "Ihre" Universitäten sind, aber an den meisten Universitäten wird definitiv nicht das gelehrt, was Sie vertreten - Glaube nämlich.

Wissenschaftler hat gesagt…

Je unsicherer der eigene Boden, desto heftiger die Gegenwehr, würde ich in Ihrem Fall sagen. Beweise für Ihre Behauptungen?

Marko Kovic hat gesagt…

Je unsicherer der eigene Boden, desto heftiger die Gegenwehr, würde ich in Ihrem Fall sagen. Beweise für Ihre Behauptungen?

Ich könnte nun durchaus erneut auf den obigen und auf weitere Blogeinträge verweisen - Ihre Antwort wäre wohl dieselbe: Alles ignorieren und sich wiederholen.

Darum nur ein Zitat von Christopher Hitchens, welches Ihren grundsätzlichen Fehlschluss treffend beschreibt. Wie gesagt, kritisches Denken und Wissenschaft sind ganz einfach.

Wissenschaftler hat gesagt…

Bisher gelingt es Ihnen nicht, Ihren eigenen hochtrabenden Maßstäben zu entsprechen. Wundert mich nicht. Nebelkerzen und heiße Luft.

Triglav hat gesagt…

Wie wollen sie beweisen was jemand erlebt? Glauben sie daran, dass jemand der eine Psychose hat Furchtbares in seinem Inneren "erlebt"? Zweifeln sie daran, dass jemand träumt? Manches muss man einfach als gegeben annehmen ohne es überprüfen zu können.
http://psionik.blogspot.com/

EcroPectos hat gesagt…

Wenn ich behaupte, die Welt ist eine Scheibe, und wenn sie es nicht ist, kann es die Welt nicht geben ist das also die richtige Auffassung von wissenschaftlicher Forschung. Oder wie? Nur, weil es nicht möglich ist, etwas zu wissenschaftlich zu beweisen, heißt es nicht, dass es das nicht geben kann.

Skepsis gut und schön, nur sollte man nicht vor lauter Skepsis die menschliche Entwicklung zum Stillstand bringen. Größen wie Newton und Einstein, die auch eine gewisse Portion Skepsis hatten, haben wir den heutigen Wissensstand zu verdanken. Wenn sie ebenso engstirnig und arrogant gewesen wären wie der Blogger hier, hätten sie niemals solche Forschungsergebnisse erzielen können.   

Marko Kovic hat gesagt…

"Wenn ich behaupte, die Welt ist eine Scheibe, und wenn sie es nicht ist, kann es die Welt nicht geben ist das also die richtige Auffassung von wissenschaftlicher Forschung. Oder wie? Nur, weil es nicht möglich ist, etwas zu wissenschaftlich zu beweisen, heißt es nicht, dass es das nicht geben kann."

Ich behaupte nicht, dass Dinge, die noch unbewiesen sind, unmöglich sind. Das wäre absurd.
Es geht darum, dass Dinge, die noch unbewiesen sind, eben nicht als wahr angesehen werden können. Wenn zudem wie im DOK-Film, der hier interessiert, Dinge behauptet werden, welche diametral grossen Teil des gesammelten Wissens über die Welt widersprechen, müssten umso mehr Beweise vorgelegt werden, um diese Dinge zu beweisen. Das passiert nicht.

Oder einfacher: Ausergewöhnliche Behauptungen bedürfen aussergewöhnlicher Beweise.

Das ist nicht Engstirnigkeit, sondern die grundlegende Methode, um eben in Erfahrung zu bringen, welche Aussagen über die Welt eher stimmen und welche nicht. Das habe im übrigen auch die von Ihnen angesprochenen Newton und Einstein so gehandhabt: Theorien aufstellen und prüfen, was stimmt und was nicht.

Uri Geller hat gesagt…

Kovic = Schwachkopf , selten soviel Müll
Aufeinmal gelesen was dieser pseudo Besser wisser geschrieben hat

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