28. November 2010

«Aura 2010 - Basler Bewusstseinstage» (Teil 1: Video)

Am Samstag, dem 27. November, habe ich eine Spritztour nach Basel unternommen, um die Esoterik-Messe «Aura 2010» zu besuchen.
In diesem ersten Blogeintrag zur Aura 2010 möchte ich nicht viele Worte verlieren, sondern ein kurzes Video mit Eindrücken präsentieren. Im Video ist nur der Ausstellungsbereich der Messe zu sehen; den anderen Teil der Messe, bestehend aus teilweise kostenpflichtigen «Seminaren» und «Workshops», habe ich nicht besucht.

Bemerkung: Offenbar funktionieren eingebettete Videos nicht immer, wenn ich sie direkt auf der Titelseite sichtbar mache - darum bitte unten auf «Weiterlesen» oder auf den Titel dieses Blogeintrages klicken, um zu besagtem Video zu gelangen.

24. November 2010

Die Weltwoche: Die Suche nach den «CAM»-Phantomstudien

In der Nummer 45/2010 hat «Die Weltwoche» einen kritischen Artikel zu anthroposophischen und homöopathischen Heilmitteln veröffentlicht:
Thema des Artikels ist der Umstand, dass bereits heute homöopathische und anthroposophische Mittel auf der sogenannten «Spezialitätenliste» des Bundesamtes für Gesundheit sind, obwohl das Verfahren über die Aufnahme solcher Mittel noch in Gange ist.

Das bedeutet, dass diese Mittel, wie der Autor des Artikels erklärt, die «Hürde des wissenschaftlichen Nachweises» haben bewältigen müssen. Der Autor hat versucht, in Erfahrung zu bringen, welche Studien denn die Wirksamkeit, welche also Bedingung für die Aufnahme in die Spezialitätenliste ist, demonstrieren. Die Ergebnisse der Recherche des Weltwoche-Autors verblüffen; so heisst es beispielsweise seitens Swissmedic:
Bezüglich eingereichten Studien dürfen wir aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.
Aus «Datenschutzgründen» dürfen die Studien, welche die Wirksamkeit homöopathischer und anthroposophischer Mittel belegen sollen, nicht genannt werden. Angesichts solch absurder Umstände ist das Fazit des Artikels durchaus gerechtfertigt:
Am Ende der Recherche steht die Erkenntnis, dass sämtliche mit Komplementärmedizin befassten Stellen die Wirksamkeitsbelege nicht nennen können oder wollen. Und der Verdacht, dass es diese Belege nicht gibt und nie gegeben hat.
Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass solche Phantomstudien letztlich doch gut ins Glaubenssystem einiger «komplementärmedizinischer» Verfahren passen: Schliesslich wird immer wieder erklärt, dass jene «CAM»-Verfahren, für welche keine Wirksamkeit nachweisbar ist, eben wirken, weil nicht nachweisbar ist, dass sie wirken. Diese Logik fortsetzend, beweisen ausgewählte Studien, dass solche «CAM»-Verfahren, deren Wirksamkeit nicht nachweisbar ist, auf nicht nachweisbare Art doch wirken, weil die Existenz dieser Studien nicht nachweisbar ist.

Dank an Fabio Valeri für den Hinweis auf den Weltwoche-Artikel!


Update (24.11.2010)
Ein Leser hat mich auf einen wichtigen Fehler im ersten Absatz unter dem Bild aufmerksam gemacht: Ich schreibe, die «Spezialitätenliste» des BAG beinhalte anthroposophische und homöopathische Mittel, obwohl über deren Aufnahme, im Rahmen eines «ELGK»-Verfahrens, noch zu entscheiden sei.

Das ist falsch: In dem aktuellen «ELGK»-Verfahren soll entschieden werden, welche «komplementärmedizinischen» Heilmethoden in die Grundversicherung aufgenommen werden sollen. Die «Spezialitätenliste» des BAG hingegen bezieht sich auf Heilmittel.

20. November 2010

TeleZüri: Von allen guten Geistern verlassen

Ursprünglich sollte dieser Blogeintrag nur der angekündigte zweite Teil zu Pascal Voggenhuber sein, in welchem ich die Ergebnisse meiner bescheidenen Recherche kurz zusammenfasse. Das mache ich im Nachfolgenden auch, in der Zwischenzeit war auf TalkTäglich aber ein weiteres «Medium» zu Gast: Am 10. November sass Kim-Anne Jannes, Teilzeitangestellte des deutschen Fernsehsenders RTL, dem Moderator Markus Gilli gegenüber.
Gegenüber den Ausführungen Jannes' war der Auftritt Pascal Voggenhubers, trotz Geschichten um angebliche Mitarbeit mit der Polizei, geradezu zahm. Die Sendung ist online in voller Länge abrufbar.

Dieser Blogeintrag besteht aus zwei Teilen:
  1. Pascal Voggenhuber, Medium (Teil 2)
  2. Kim-Anne Jannes, Medium

16. November 2010

NewScientist: Die Schweiz ist Wissenschafts-Weltmeister

In der aktuellen Ausgabe 2785 vom 6. November widmet NewScientist zwei Seiten der Lobpreisung des Forschungs- und Innovationsstandortes Schweiz:
Es ist erfreulich, dass die Schweiz im internationalen Vergleich derart gut, als Klassenbester sozusagen, abschneidet - und das, obwohl die grossangelegte Verschwörung des deutschen Filzes die hiesigen Universitäten untergräbt.

15. November 2010

«ALPHA»-Stellenanzeiger: «Feng Shui im Büro»

Am Samstag, dem 13. November, erschien im «ALPHA», dem Stellenanzeiger für Kaderpositionen, welcher u.a. dem Tagesanzeiger beiliegt, ein Artikel, welcher den Nutzen von «Feng Shui» im Büro anpreist.
Interessanter als der Artikel selber ist dessen Autor: Dr. Peter Meier, Bereichsleiter Arbeitsbedingungen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich. Der Autor äussert sich in diesem Artikel also in der Rolle des für den Kanton Zürich, sprich für dessen Bewohnerinnen und Bewohner, arbeitenden Beamten.

12. November 2010

NZZ Folio: «Das Superhirn» (It's the genes, stupid!)

Die aktuelle Ausgabe des «NZZ Folio» von November 2010 behandelt das Thema «Das Superhirn. Wie man sich schlau macht». Der Artikel «Ich bin doch nicht blöd!» eignet sich, um zu besprechen, von welchen falschen Argumenten und Fehlschlüssen die einfache Idee, Intelligenz sei in erster Linie genetisch vererbt und zuverlässig messbar, geplagt ist.
An dieser Stelle greife ich das Fazit dieses Blogeintrages für alle, die keine Lust haben, weiterzulesen, vor: Intelligenztests messen, wie gut eine Person Intelligenztests löst. Mehr nicht.

4. November 2010

Thilo Sarrazin im «Club»: Emotion im Gewand der Wissenschaftlichkeit

Am 2. November strahlte das Schweizer Fernsehen eine Ausgabe der Sendung «Club» aus, in welcher Thilo Sarrazin zu Gast war.
Zunächst, bevor ich auf die Sendung selber eingehe, eine Bemerkung zu einem Satz aus der Beschreibung zur Sendung:
Thilo Sarrazin, Autor des Bestsellers «Deutschland schafft sich ab», kommt mit seinen provokanten Analysen zur Migration nicht aus den Schlagzeilen.
Niklas Luhmann, einer der bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, hat das Konzept der  «autopoietischen Systeme» für seine Systemtheorie der Gesellschaft anzuwenden versucht. Dieser Erklärungsansatz ist reichlich kompliziert (und nicht unumstritten), obiges Zitat kann aber vielleicht als Veranschaulichung dienen: Eine Operation des Systems bezieht sich immer auf eine andere Operation des Systems. Die Elemente des Systems stellen sich durch solche «Selbstreferentialität» selber her.
Übersetzt: Thilo Sarrazin kommt nicht aus den Schlagzeilen, weil (Massen-)Medien Bezug nehmen auf das, was in den Schlagzeilen ist. Dieser Blogeintrag ist, so gesehen, auch (peripherer) Teil dieses «selbstreferentiellen» Mediensystems.