3. Januar 2011

Stolperstein Wissenschaft

Der untenstehende Text ist der erste Beitrag von Kevin Jonas Young, eines neu zum ’skeptiker-blog’ dazugestossenen Schreiberlings. Ohne viele Worte zu verlieren, möchte ich ihn an dieser Stelle nochmals herzlich begrüssen und freue mich auf die künftige Mitarbeit, welche nicht zuletzt für Leserinnen und Leser interessante Früchte tragen dürfte. - Marko Kovic

Am Anfang wars Einer, jetzt sinds Zwei. Als Mit-Skeptiker stosse ich in der Hoffnung dazu, etwas Gutes zur Förderung kritischen Denkens beizutragen. Beginnen kann ich diesen ersten Eintrag mit einer Entstehungsgeschichte. Diese Geschichte dreht sich um meine Position zur Wissenschaft, meinen Glauben und meine Fehler. Auch ich musste die Bedeutung der Wissenschaft erkennen und ich bin keineswegs am Ziel angelangt. Doch trotzdem bin ich an einem komplett anderen Ort als anfänglich:

«Wissenschaft ist einfach ein weiterer Teil von den Dingen im Leben, die mich nur interessieren, wenn sich dabei ein Vorteil für mich erweist. Die Wissenschaftler sitzen mit ihren Notizblöcken vor unglaublich komplizierten Experimenten und arbeiten fleissig an ihren Formeln, die sonst niemand versteht. Sie versuchen gar nicht unbedingt, mir mein Leben einfacher zu machen und wenn mal was Gutes dabei rauskommt, so passiert dies meistens durch Zufall. Wenn ich ehrlich bin, braucht es die Forscher gar nicht; ich kann auch ohne sie ein erfülltes Leben führen und der Glaube an meinen Gott erklärt die Probleme in meiner Welt ohnehin besser als alles andere.»

Ein beachtlicher Teil der Menschen in meinem Umfeld sieht die Wissenschaft in diesem Licht, und bis vor Kurzem war auch ich ihrer Meinung. Doch was ist Forschung wirklich? Wieso sollte man seine Eindrücke über die Wissenschaft ändern? Wie sehe ich die Forschung heute? Anstatt diesen Eintrag in eine Lebensgeschichte ausarten zu lassen, möchte ich mich viel mehr darauf konzentrieren, wie ich gelernt habe meinen Verstand zu gebrauchen und wie ich mich während der letzten Jahre mit meinen Überzeugungen auseinander gesetzt habe.


Theologie

Heute bin ich Student an der ETH, mit Fach Elektrotechnik; Physik und Mathematik sind also mein täglich Brot. Jetzt, im dritten Bachelor Jahr sind Quantenmechanische Vorgänge besonders wichtig und ich beschäftige mich sehr gerne mit Schrödinger, Heisenberg und Pauli.1 Doch bevor ich mich für ein Ingenieursstudium entschied, wollte ich Theologie2 studieren.

Ein Theologe, oder plump auch ein Pfarrer, war für mich der Inbegriff von Weisheit. Während des Studiums hätte ich die Möglichkeit mich so viel mit Gott und seiner Schrift zu beschäftigen, wie ich wollte, und nach Abschluss der Theologieausbildung würde ich mein ganzes Leben lang Menschen in materieller und seelischer Not unterstützen können. Wie viel von dieser Begeisterung für Theologie ich selbst hegte und wie viel mir wohl von meinen Kirchenmitgliedern eingeflösst wurde, klärte sich während meines Auslandaufenthaltes, als ich gezwungenermassen in eine andere Kirchgemeinde ging. Ich nahm mir erstmals Zeit, vertieft über meine Zukunft nachzudenken und die Berufswahl konkret anzugehen.

Warum ich mich schlussendlich dann für ein Ingenieursstudium entschied, hat logischerweise mehrere Gründe. Am stärksten beeinflusst haben mich persönliche Enttäuschungen und die Oberflächlichkeit der Beziehungen in meinem kirchlichen Umfeld. Doch für diesen Text möchte ich Gewicht auf einen dritten Grund legen, welcher mich in entscheidendem Masse zur Wahl eines Ingenieurstudienganges bewogen hat: mein Wissensdurst und meine Experimentierfreude. Im Ausland - losgelöst von meinem gewohnten sozialen Umfeld - war ich gezwungen, mich gegenüber neuen und ungewohnten Umständen zu öffnen. Ich begann, zuerst nur aus Langeweile, in Technologieblogs zu stöbern und mit meiner Gastmutter über «The Space Program» zu sprechen (sie war begeisterter Apollo Fan). So entdeckte ich den Zugang zur Welt der Ingenieure. Ich wollte meiner Neugierde nachgehen, und von diesem Punkt an war es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Wahl eines Elektrotechnikstudiums.


Sinn und Sein

Mein Wissensdurst hatte aber keinen Einfluss auf meine religiöse Einstellung und auch mein Bild von den Naturwissenschaften war noch genau so negativ gefärbt, wie ich am Anfang beschrieben habe. Auf den ersten Blick war jedoch erstaunlich, dass sich meine Neugierde für das Ingenieurwesen nicht auf die restlichen Bereiche meines Lebens übertrug. Dies lässt sich vielleicht mit der Natur einer Religion erklären. Ein Gott, der alles, was ist, erschaffen hatte, verlieh mir Sinn und Zweck im Leben und meine zwei drückendsten Fragen, «Warum existiere ich» (also die Existenzfrage) und «Was soll ich hier machen» (die Frage nach Sinn), liessen sich mit diesem Gott auf eine ganz simple Art beantworten. Ich existierte, weil mich dieser Gott erschaffen hatte. Der Sinn des Lebens lag somit darin, den Glauben an diesen Schöpfer zu verbreiten und ihn anzubeten, wohl aber nicht darin, meiner Neugierde nachzugehen und diese auf andere Lebensbereiche als meinen Beruf auszuweiten.3

Durch mein Studium erlangte ich nicht nur Zugang zur Funktionsweise von Computern und iPhones, sondern ich wurde auch mit den theoretischen Grundlagen des wissenschaftlichen Weltbildes vertraut gemacht. Nicht zuletzt ermöglichten mir die Grundlagen, das nötige Selbstvertrauen zu gewinnen, um meine innersten Überzeugungen - meine Fragen nach Sinn und Sein und Glauben - zu konfrontieren. Im Verlauf der letzten zwei Jahre lernte ich viele Phänomene kennen, die meinen Verstand aufs Äusserste fordern und mich immer von neuem zwingen, früher Gelerntes erneut durch zu denken.

Meiner Meinung nach eine der schönsten Lichtquellen im Universum


Licht: Nehmen wir Licht als Beispiel. Was zum Teufel ist Licht? Als Erstes werden sich wohl einige fragen, wie man überhaupt auf die Idee kommen könnte, nach der Beschaffenheit des Lichts zu fragen. Dazu braucht es eben Wissensdurst. In der Antike stellte man sich Licht als Strahlen vor, die das menschliche Auge verlassen und auf den umgebenden Objekten auftreffen, und dadurch konnte man jene sehen. Ich hatte mir Licht als einen Strom von Teilchen vorgestellt, der von Lichtquellen ausging und - wie auch immer dies war - verschiedene Farben haben konnte. Diese Lichtteilchen waren für mich so was wie Atome, womöglich ein wenig kleiner und leichter. Dann kam der Tag der Optik-Lehre im Physikunterricht. Jetzt musste meine Vorstellung von Licht plötzlich Brechungsregeln gehorchen und ich sah zum ersten Mal Interferenzexperimente: Licht ist also plötzlich eine Welle. Verständlicherweise verwirrte mich dieser Wellencharakter - und diese Verwirrung sollte noch lange anhalten. In der Quantenphysik lernte ich nun, dass Licht sowohl Teilchen-, wie Wellencharakter aufweist - je nach Experiment tritt das eine oder das andere zum Vorschein. Die Lichtteilchen nennen wir Photonen, welche keine Masse haben. Die Lichtwelle nennen wir elektromagnetische Welle, welche sich mit 300'000 km/s durch den leeren Raum fortbewegt. Diese Teilchen-Wellen-Dualität lässt sich erklären, indem man ein Photon als ein Teilchen mit gewisser Aufenthaltswahrscheinlichkeit sieht. Diese Aufenthalts-wahrscheinlichkeit selbst verhält sich wie eine Welle. Und wie kommt man darauf?4

Offensichtlich ist es nicht an mir, die Natur des Lichts in diesem Text zu klären, das würde zu weit führen. Doch im Ansatz wird wohl klar sein, wie das ganze Abläuft: erst lerne ich etwas Neues, bilde mir einen Eindruck davon, und wenn ich wiederum etwas Neues lerne, so muss ich der ganzen Sache auf den Grund gehen und meine falschen Eindrücke aus der Vergangenheit revidieren. Diese Prozedur hat sich bei mir unzählige Male wiederholt und jeder Durchlauf liess mich neugieriger und neugieriger werden, um herauszufinden, wie das Universum denn wirklich funktioniert.

Dieses letzte Beispiel, besonders das Bild dazu, führt auch noch etwas ganz anderes vor Augen: die Bedeutungslosigkeit des Menschen. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass dieser Satz so eindeutig aus dem Universum schallt, wie ein Amen in der Messe. Etliche werden jetzt sagen, dass Gott unser Universum genau mit diesem Hintergedanken geschaffen hatte, und der Mensch solle sich in Bescheidenheit (oder auch Demut) Gott gegenüber annähern.5  Aber gerade darin liegt doch das Problem: ich war zuerst auch der Überzeugung, dass ich durch Erforschen und Untersuchen in der Feststellung näher zu Gott gelangen würde, dass sein Universum so wunderschön sei. Genau das Gegenteil war der Fall, als ich realisierte, dass die Fragen nach Sinn und Sein plötzlich eine andere Bedeutung erlangt hatten. Die Sinnfrage hatte komplett an Bedeutung verloren, während die Existenzfrage plötzlich bis hin zum Urknall beantwortbar wurde - sie weiter zurück zu untersuchen stellte sich aber auch als bedeutungslos heraus.


Kritisches Denken

Bevor ich die Bedeutungslosigkeit des Menschen weiterverfolge, möchte ich mich kurz einem anderen Thema widmen, wessen ich mich bedienen werde, um später eben diese Bedeutungslosigkeit zu behandeln. Erinnern wir uns zurück an mein Auslandjahr in Amerika, an die Gespräche mit meiner Gastmutter. Sie legte Wert darauf, dass ich alles im Möglichen liegende hinterfrage - auch meine eigenen Überzeugungen. Nennen wir dieses Hinterfragen von nun an kritisches Denken oder Skeptizismus.6 Ich stelle mir kritisches Denken vor, als wäre es ein Werkzeugkasten, welcher die verschiedensten Werkzeuge für die verschiedensten Probleme und Tücken bereitstellt. Damit verhält es sich wie mit der Mathematik: der Anfang ist schwer, doch sobald man mit den Grundlagen vertraut ist, will man nicht mehr aufhören.

Der wichtigste Schritt besteht wohl darin, sich über seine eigenen Einstellungen und über das Denken selbst Gedanken zu machen. Es hilft auch, sich über die menschliche Psychologie, über Charisma, Rhetorik und über häufige logische Fehlschlüsse zu informieren. Das Thema Skeptizismus ist zu breit um es in diesem, sonst schon zu langen, Eintrag auszuführen. Für die Interessierten empfehle ich von Herzen, das Buch «A Demon Haunted World» von Carl Sagan zu lesen. Es erleichterte mir den Einstieg ins kritische Denken und ich lernte überdies noch einige wenige Sachen über die menschliche Psychologie. Für die etwas Lesescheuen (es ist aber wohl kaum zu erwarten, dass Lesescheue diesen Eintrag lesen werden) empfehle ich die Fernsehserie «Cosmos» von Carl Sagan.7


Gott oder Nicht?

Die ganze Zeit über hatte mich die Angst gequält, dass mich Gott für meine Zweifel und meine Neugierde bestrafen würde. Lange hatte ich mir nicht eingestehen können, dass dieser Gott - wenn es in gibt - sich kein bisschen um mich scheren würde und ich war nicht im Klaren darüber gewesen, wie zentral mir meine eigene Bedeutung im Universum war. Vom ganzen Prozess aus gesehen dauerte es weitaus am längsten, bis ich mir dessen bewusst wurde und bis ich meine innersten Überzeugungen und Ängste anzuzweifeln vermochte.

Die Realisation, dass der Mensch im Universum absolut bedeutungslos war, geschah aber zuerst nicht bewusst, sondern äusserte sich darin, dass ich verzweifelt versuchte mich am Glauben festzuhalten. Ich rechtfertigte meinen Glauben mit verschiedensten Gründen, Prinzipien der Menschlichkeit, wessen Ursprung ich allein in meinem Glauben sah. Jedoch hielten sich jene nicht lange nachdem ich lernte, dass mein Glaube kein alleiniger Anspruch auf diese Prinzipien hat. Ich spreche hier von der Überzeugung, dass Moral und Ethik den Religionen entspringen. Zugegeben hätte ich es nie, doch insgeheim war ich der Ansicht, dass die Nicht-Gläubigen weder zu gegenseitiger Liebe noch zu gerechtem Verhalten fähig waren (diese Einstellung ist in Anbetracht der Tatsache ziemlich haarsträubend, dass die meisten Kriege aus religiösen Gründen geführt werden). Eine Religion hat keinen alleinigen Anspruch auf Prinzipien wie Nächstenliebe, das sehen wir zum Beispiel an der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika: die Gründerväter waren allesamt entweder Deisten, Agnostiker oder Atheisten und ermöglichten trotzdem ein gerechtes Zusammenleben der Menschen in diesem neuen Land.


Bedeutung der Wissenschaft

Von den vielen Themen, die ich im vorangegangenen Text angebrochen habe, wurde eines noch nicht erwähnt: was Wissenschaft für mich heute bedeutet. Ich bin kein Wissenschaftler, und deswegen kann ich auch nicht wirklich etwas darüber sagen, was der Durchschnittswissenschaftler für Motivationen hat, in der Forschung mitzumachen. Meine Einschätzung ist, dass viele Wissenschaftler es als ihr höchstes Ziel ansehen, der Menschheit mit ihren Errungenschaften zum Fortschritt zu verhelfen. Ich würde zudem behaupten, dass viele Forscher von ihrer Arbeit äusserst begeistert sind und sich auch in ihrer spärlichen Freizeit Gedanken über die Menschheit und das Universum machen.

Das Universum, in welchem wir leben, ist ein wundersamer Ort voller Rätsel, die es zu lösen gilt. Einige werden wir der Natur schon morgen entreissen, während andere in ein paar Jahrhunderten und wieder andere gar nie entschlüsselt werden. Ich sehe in der Wissenschaft das Streben danach, genau diese Geheimnisse zu enträtseln, und dabei nicht davor zurück zu schrecken, anerkannte Wahrheiten anzuzweifeln oder zu widerlegen. Seit ich mich für die Wissenschaft begeistern liess, habe ich nicht etwa verlernt, zu wundern und zu erstaunen; sondern ganz gegenteilig die vielen kleinen Facetten erkannt, die das Universum aus dem Kleinsten aufbauen, dass uns so vertraut und doch so fremd erscheint.

Ich möchte diesen Text mit den paar Sätzen zu den Wundern in unserem Universum abschliessen. Die besprochenen Themen, wie kritisches Denken, Theologie und Religion, Psychologie und Ethik, greifen alle zu weit, um sie in diesem Text alle zu behandeln. Aber ich werde diese in Zukunft mit Sicherheit im Detail vorstellen, aber auch Themen der Elektrotechnik, Physik und Mathematik sollen Platz finden; schliesslich sind diese Themen Teil meiner Ausbildung.


Zum Schluss noch ein kurzes Video: Das Intro zur Serie «Cosmos» von Carl Sagan.


Fusszeilen:
1. Für Neugierige kann ich Wikipedia empfehlen (Introduction to Quantum Mechanics), für wirklich Interessierte kann ich fast nur auf «Quantum Mechanics» von Albert Messiah verweisen.
2. Wohlgemerkt, ich spreche hier von evangelisch-reformierter Theologie. Nicht, dass es überhaupt eine Rolle spielen würde, doch der Vollständigkeit halber sei es doch aufgeführt.
3. An dieser Stelle möchte ich eine Leseempfehlung machen: «The God Delusion» von Richard Dawkins. Einige Stichworte sind: Memetic Theory und «The Roots of Religion»
4. Besonders verwirrend wird es, wenn man bedenkt, dass auch massive Teilchen (z.B. Kohlestoffbälle oder Viren) Wellencharakter aufweisen, und dass Phänomene wie Tunneln und Kohärenz existieren.
5. Jedenfalls der christliche, islamische und jüdische Gott. Es gibt aber auch Religionen, auf welche dies nicht zutrifft.
6. Der Begriff Skeptizismus findet vor allem im angelsächsischen Raum Verwendung als «Skepticism». Dies ist eine Bewegung, welche sich für die Verbreitung von kritischem Denken und der wissenschaftlichen Methode einsetzt. Als spannendes Zückerchen empfehle ich «The Skeptics Guide to the Universe».
7. «Cosmos» von Carl Sagan wurde in den späten Neunzehn-Siebzigern ausgestrahlt, die Themen sind jedoch so gut recherchiert und vorgetragen, dass diese Serie auch heute noch ein enormer Genuss ist und kaum an Aktualität verloren hat (siehe kurzes Intro Video oben).

7 Kommentare:

nirwanixla hat gesagt…

Der Gotteswahn von Dawkins ist die schlechteste Religionskritik, die ich bis jetzt in den Händen gehabt habe.

Marko Kovic hat gesagt…

Ich habe "The God Delusion" zwar nicht gelesen, bin aber mit einigen von Dawkins' Positionen auch nicht ganz einverstanden: Vieles bei ihm ist etwas gar biologistisch gefärbt, so z.B. seine Erklärungen zu 'Moral' (als Wissenschaftler ist Dawkins nicht all zu interdisziplinär orientiert; als Hobby-Soziologe überzeugt er nicht unbedingt).

Was aber Dawkins extrem gut macht: Er enttabuisiert das Thema Religion. Das ist nicht unwesentlich, würde ich meinen. Mit einiger Vehemenz und klaren Worten sagt Dawkins letztlich, dass Machtansprüche der Religionen letztlich illegitim sind.

nirwanixla hat gesagt…

Ich finde Dawkins Polemik im Gotteswahn einfach nur ermüdend. Thesen, sofern überhaupt begründet, müssen ebenso mühsam gesucht und aus der Polemik herausgeschält werden. Das sind jedenfalls meine Erinnerungen an das Buch.

Meine Gegen-Empfehlung zu Dawkins: "Warum überhaupt Religion?: Der Gott der Richard Dawkins schuf" von Peter Strasser (Agnostiker).

Kevin Young hat gesagt…

@nirwanixla: Ja, ich gebe dir recht, dass Dawkins in einigen Punkten nur ermüdend wirkt. Gerade zu den Themen Moral und den Wurzeln der Religion wirken seine Erklärungen langfädig und weit her geholt; zwischendurch scheint es auch, dass er, aufgrund seiner emotionalen Prädisposition zum Thema, die Argumente zu seinen Gunsten zurechtbiegt.

Ich habe das Buch vor allem empfohlen, weil Dawkins (wie Marko sagte) darin die Religion in einer Art anspricht, die den Leser dazu einlädt, seine (eventuellen) religiösen Ansichten etwas genauer zu hinterdenken. Meiner Meinung nach macht er ein gutes Bild für den Atheismus - ich selbst halte nicht viel von Agnostizismus, zumal ich die Beantwortbarkeit der «Gott-Frage» nicht so unmöglich sehe, wie sie oft dargestellt wird (hab mich wohl schon ein wenig von Dawkins anstecken lassen).

Schlussendlich finde ich «A Demon Haunted World» von Carl Sagan sowieso einen weitaus besseren «read» als «The God Delusion», ich werde mir aber deine Leseempfehlung mal anschauen. Danke!

nirwanixla hat gesagt…

Strasser ist Philosoph, die Qualität der Argumente sollte also passen.

Ich selbst bin irgendwo zwischen Deist und Theist. Deshalb freue ich mich schon auf weitere Beiträge in diesem Bereich :)

Das Buch von Sagan ist schon seit längerem auf meiner To-read Liste.

Marko Kovic hat gesagt…

Strasser ist Philosoph, die Qualität der Argumente sollte also passen.

Achtung vor dem "Appeal to authority" ;).

nirwanixla hat gesagt…

hab ich mir doch gedacht, das sowas kommt ;) ...ich hab übrigens explizit "sollte" geschrieben, damit du mir wenigensten keinen logischen Fehler vorwerfen kannst :)

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