12. Juni 2011

Eindrücke vom Reinhard Bonnke-Auftritt am 11. Juni

Im letzten Blogeintrag habe ich die Club-Ausgabe thematisiert, in welcher der Auftritt des «Wunderheilers» Reinhard Bonnke besprochen wurde.
Am Samstag, dem 11. Juni, war es so weit: Bonnke hatte seinen Auftritt und ich war dabei.

Zunächst fand am Morgen die Protestkundgebung gegen Bonnke statt. Zum Video zwei Bemerkungen: Leider war zum einen die Speicherkarte in meiner Kamera korrupt, darum habe ich einiges an Aufnahmen verloren. Zum anderen ist der Ton im Video nicht synchron mit dem Bild: Youtube hat scheinbar ein technisches Problem mit dem Format des Videos (das Original ist normal).

Bei allen am Protest Beteiligten möchte ich mich bedanken: «Armchair skepticism» vor dem PC-Bildschirm ist nötig und willkommen, sich aber vor Ort zu exponieren und sich mit Menschen auseinanderzusetzen, ist ungleich schwerer:

Bonnke absolvierte zwei Auftritte, am Vormittag und Abend. Ich besuchte die Abend-Show. Die Videoaufnahmen sind qualitativ nicht besonders gut, die Ton- und Lichtverhältnisse haben mein Smartphone ein wenig überfordert. Das Audio-Problem ist in den zwei unteren Videos bedauerlicherweise ebenfalls vorhanden.

Im ersten Video will ich aufzeigen, dass relativ schnell (und relativ unverschämt) klargemacht wurde, um was es geht: Geld.
Zunächst rufen Leo Bigger und seine Gattin Susanna zu einer Kollekte auf: Man wolle in Österreich ein Fernseh-Programm betreiben und brauche dafür Spenden (Selber habe ich den Plastikkübel selbstverständlich ohne Spende weitergereicht). Als danach Bonnke auf die Bühne kam, hat er als erstes für seine Bücher geworben. Hier das Video:

Im zweiten Video zu Bonnkes Auftritt versuche ich, ein paar «Highlights» der «Predigt» Bonnkes zusammenzufassen. «Heilungen» hat Bonnke keine vollzogen (wohl im Wissen, dass Derartiges in Rechtsstaaten nicht unproblematisch ist):

Als eine wesentliche Erkenntnis dieses Abends bleibt Folgendes: Christlicher Konservatismus ist nicht mit christlichem Fundamentalismus gleichzusetzen.

Was mich überraschte (ob positiv oder negativ, ist gar nicht so einfach zu bestimmen), waren die zahlreichen jungen Frauen, welche bisweilen ausgesprochen körperbetont gekleidet waren - anders als «klassische» stark religiöse Menschen sind Freikirchen-Mitglieder nicht durch Äusserliches, also Uniform-ähnliche Kleidung gekennzeichnet.

Ebenfalls auffällig, und bedenklich: Die Mehrheit des Publikums bestand aus jungen Menschen, inklusive Kindern. Es scheint, dass Bonnke, Bigger und allgemein fundamentalistische Freikirchen eine Formel gefunden, welche auch bei Jungen ankommt: Viel Show und Spektakel, keine Einschränkungen im Alltag, einfach das Hirn so gut wie möglich abschalten und sich der Emotion übergeben (Und natürlich: Das Portemonnaie immer schön weit offen halten).

Es ist fast irgendwie traurig: Da finden sich tausende von Gläubigen zusammen, welche der Ansicht sind, sie und nur sie hätten mit dieser luftig-lockeren, auf Charismatiker fixierten Neu-Interpretation des Christentums die wahre Wahrheit gefunden. Und trotztdem wirkt alles irgendwie... pietätlos.

8 Kommentare:

Justvendetta hat gesagt…

Eine Frage. Bist du da einfach reinmarschiert, oder hattest du eine Einladung bzw. musstest du Eintritt bezahlen?

Greets
JV

Marko Kovic hat gesagt…

Hätte ich noch erwähnen sollen: Ich hab ganz korrekt Eintritt bezahlt - CHF 40 für die "prayer night". Damit hatte ich ab 17.00 Uhr Eintritt; die Bonnke-Show begann um 19.00 Uhr.

Interessant finde ich ein Detail rund um die Eintrittspreise: Schüler- oder Studentenrabatt gab es keinen. Ich habe auch eine Hypothese, warum: Da ein Grossteil, evtl. gar die Mehrheit des Publikums aus Kindern und Jugendlichen bestand, würde man durch einen Rabatt eine wesentliche Einnahmequelle beeinträchtigen.

Justvendetta hat gesagt…

Danke für die Info. Das ist ein stolzer Eintrittspreis. Schon allein, da es für das Geld keine "Heilung" gab.

Hast Du dir mal überlegt mit den Verantwortlichen des ICF Zürich ein Interview zu machen?

Greets
JV

Anonym hat gesagt…

Deine Beobachtungen und dein Kommentar gefallen mir. Ich finde es auch sehr interessant, dass der Glaube an die Wahrheit (was die Christen ja fuer sich in Anspruch nehmen) mit soviel Werbung und Anpassung an die Welt verkauft wird. Erstaunlich auch, dass das Wort "schmal ist der Weg und eng die Pforte" so wenig Leute nachdenklich macht. Schliesslich gehts ums Leben. Gruss ai

Timon hat gesagt…

Hallo? Glaubt ihr, man kann das Hallenstadium umsonst mieten? Schaut euch mal die Preise an, die verlangt werden, wenn ein Popstar auftritt!

Timon hat gesagt…

Johannes 3.16: "Denn so sehr hat Gott die Welt (also dich!) geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Jeder der an Ihn glaubt wird nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben."

Unser Auftrag als Christen ist es, das Evangelium in die welt zu tragen. Warum nicht auch mit Werbung?

Timon hat gesagt…

Was ist der Sinn von deinem Leben? Spass haben, Erfolg und Ansehen bestreben? Und mit dem Tod endet alles? Mit dem Tod verliert man sowieso alles auf der Erde, also weshalb sich anstrengen, wenn es sowieso verloren geht? Sammle lieber einen Schatz, der nie verlorengeht. Dieser Schatz heisst Jesus! Nur durch Ihn kannst du das ewige Leben erlangen. Wieso? Weil jeder Mensch Fehler macht. Gott aber ist perfekt, der Himmel ist ebenfalls perfekt, man kann nicht mit Fehler in den Himmel kommen.
Das Gute: Jesus hat durch sein Tod am Kreuz alle deine Sünden auf sich genommen. Du brauchst ihn nur annzunehmen, das riesige Geschenk kostet nichts. Wag es doch, es wird sich lohnen!

x simon hat gesagt…

i love my god :D
Bonke gefällt mir sehr, wie er den Namen Jesus laut macht!
weiter so!!!

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