28. Oktober 2011

Lesetip: Testing Treatments

Die GWUP widmet sich in vier ausführlichen Beiträgen der Frage «Warum Homöopathie zu wirken scheint» (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4). Eine weitere Antwort auf diese Frage dürfte schlicht lauten: Viele Menschen wissen nicht und/oder wollen nicht wissen, wie genau überhaupt zu überprüfen ist, welches Heilmittel wirklich wirkt und welches nicht. Entsprechend können und/oder wollen sie nicht nachvollziehen, dass das persönliche Erlebnis nur sehr bedingt aussagekräftig ist.

Ein lesenswertes Buch, welches diesem Problem auf den Grund geht, ist «Testing Treatments». In leicht verständlicher Sprache und anhand zahlreicher Beispiele wird erklärt, warum es unabdingbar ist, die Wirkung von Behandlungsmethoden durch möglichst transparente, oft wiederholte und letztlich mittels «systematic review» zum Gesamtbild zusammengefügte randomisierte Doppelblindstudien zu überprüfen.
Mit der ein bisschen gar zu enthusiastischen Einschätzung Ben Goldacres stimme ich nicht überein: «Testing Treatments» problematisiert praktisch überhaupt nicht das Thema der «Alternativmedizin» - gerade jenen Bereich der Behandlungsmethoden, welcher sich durch den fast völligen Verzicht auf faire Wirksamkeitstests auszeichnet. Bücher wie «Trick or Treatment» und «Snake Oil Science» sind in dieser Hinsicht viel aufschlussreichere Lektüre.

Wer sich selber ein Bild machen möchte, kann dies sofort und kostenlos tun: «Testing Treatments» wird von den Autoren ungekürzt und gratis als PDF angeboten.

1 Kommentare:

Jonas hat gesagt…

Hey Marko,

bezüglich
> Viele Menschen wissen nicht und/oder wollen nicht wissen, wie genau überhaupt zu überprüfen ist, welches Heilmittel wirklich wirkt und welches nicht. Entsprechend können und/oder wollen sie nicht nachvollziehen, dass das persönliche Erlebnis nur sehr bedingt aussagekräftig ist.

In "Trick or Treatment" gibt es ein einfach verständliches Beispiel, mit dem es mir bereits bei vielen Leuten gelungen ist, kritische Stimmen zu wecken: Der Aderlass. Die Menschheit hat zwei Jahrtausende lange mit dem Argument "bei mir wirkt's" Aderlass betrieben - und dabei zahlreiche Menschenleben geopfert. Dass Aderlass tödlich ist, konnte erst mit modernen Studien gezeigt werden.

Wenn man den Leuten erklärt, dass Placebos auch bei Kindern und Tieren wirken, werden diese auch stutzig. Denn häufig wird ja als Argument gegen den Placebo-Effekt ins Feld geführt, dass Alternativmedizin auch bei diesen Wirke.

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