18. Oktober 2012

Der skeptiker-blog ist tot - es lebe der Skeptiker-Blog

Nach knapp zweieinhalb Jahren und 180 Blogeinträgen, in denen vielleicht Schweiss, aber vor allem viel Freude und Leidenschaft stecken, verkünde ich hiermit den letzten Blogeintrag auf skeptiker-blog.ch.

Warum wird der Blog eingestellt? Bin ich des Schreibens müde? Oder liegt gar ein Fall von «Ehemaliger Skeptiker erkennt das Licht»-Konvertierung vor?
Beides kann ich energisch verneinen: Gebloggt wird weiterhin, nur an einem anderen Ort.

Im Juni 2012 wurde der Verein «Skeptiker Schweiz - Verein für kritisches Denken» gegründet, und zum Zeitpunkt des Schreibens dieses letzten Blogeintrages gebührt mir die Ehre, die «Skeptiker Schweiz» zu präsidieren.
Um auf unser Ziel, kritisches Denken und Freude an Wissenschaft zu verbreiten, hinzuarbeiten, wollen wir unsere Anstrengungen und Bemühungen möglichst gut bündeln. Das ist auch der Grund, warum ich künftig auf unserer Vereinshomepage


weiterbloggen werde.

Der «Skeptiker-Blog» (RSS-Feed) auf www.skeptiker.ch wird im gleichen Stil gehalten wie der «skeptiker-blog». Wer letzteren nicht mochte, wird auch am neuen Ort nicht glücklich; wer aber dem «skeptiker-blog» etwas abgewinnen konnte, wird auch weiterhin mit Inhalten bedacht, die Mal ernst, Mal mit einem Schmunzeln verfasst werden, aber immer ein Plädoyer für die Vorzüge des kritischen Denkens und eines vernunftgeleiteten Weltbildes sein sollen.

Was bleibt am Schluss zu sagen? Danke.

Danke an all jene, die sich Zeit genommen haben, den skeptiker-blog.ch zu lesen, und Danke an meinen Mitautor Kevin.

Ein Abschied ist dies aber nicht, sondern eine Ankündigung: Das war erst der Anfang.


Marko Kovic
Oktober 2012

3. Oktober 2012

«Kassensturz» testet Paranormale: Der Pendler

Die Verbraucherschutz-Sendung «Kassensturz» widmet sich in einer siebenteiligen Reihe der Erforschung angeblich (im weitesten Sinne) paranormaler Fähigkeiten. Können die Kandidatinnen und Kandidaten ihr paranormales Können unter Beweis stellen, winkt ihnen ein Preisgeld von 10'000 Franken - der Kassensturz orientiert sich also an berühmten Vorbildern wie der Million Dollar Challenge der James Randi Educational Foundation und dem PSI-Test der GWUP.
Am 2. Oktober wurde der erste von den sieben Tests ausgestrahlt. Der Kandidat dieser Ausgabe ist der Pendler Ernst Bieri aus Entlebuch, der behauptet, im Stande zu sein, mit seinem Pendel «Energien» zu erspüren. Bieri betreibt die Firma «Biotransmit» und verkauft ein «Schutzschild», welches vor «SCHLAFSTÖRUNG, DEPRESSIONEN, RHEUMA, MÜDIGKEITEN, EHEPROBLEME USW.» schützen soll und «ABSOLUT SERIÖS!» sei:

Die Jury, welche die Resultate begutachtet, besteht aus drei Personen:
  • Peter Brugger ist Professor an der Neuropsychologischen Abteilung des Universitätsspitals Zürich.
  • Rainer Bunge ist Professor am Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil.
  • Christoph Borer ist Bühnenmagier (im Sinne eines Zauberkünstlers, nicht Zauberers)
Bieri sollte von neun Bechern mit Wasser jenen finden, welches mit Granderwasser gefüllt ist. Offenbar hat Bieri diesen Test selber vorgeschlagen. Nun könnte dem Kassensturz vorgeworfen werden, dass Bieri von Beginn weg zum Scheitern verurteil gewesen sei, weil Granderwasser eben keine aussergewöhnlichen Eigenschaften besitzt und sich von normalem Wasser nicht unterscheidet.
Zum einen hat Bieri selber diese Esoterik-Kaskade als Versuchsanordnung gutgeheissen (nach Ende des Tests beruft sich Bieri denn auch auf frühere Tests, die anders ausgefallen seien), und andererseits könnte argumentiert werden, dass das Pendel auch Profanes zu Tage fördern können müsste, wie also die Antwort auf die Frage, wo sich der Becher befindet, den Bieri sucht.
Der Ausgang des Tests zeichnet sich rasch ab:
Bieri hat nach drei Fehlversuchen aufgegeben, und schien sehr erschüttert ob des negativen Resultates. Hat sich der Kassensturz hier einen brutalen Scherz erlaubt mit einem älteren, aberlgläubischen Mann? Nur bedingt, denn nicht vergessen werden darf, dass Bieri seine Dienstleistungen und Produkte aktiv bewirbt und Heilsversprechen abgibt, und nicht etwa bloss ab und zu am Stammtisch pendelt.
Die Erklärung für Bieris Überzeugung (welche mir durchaus Wahrhaftig scheint) erklärt Peter Brugger: Das Ausschlagen des Pendels ist von Bieri selbst hervorgerufen, aber nicht unbedingt bewusst willentlich. Dadurch entsteht der teils überwältigende Eindruck, das Pendel habe von sich aus reagiert, weil eine bewusste Manipulation nicht stattfand. Das berühmteste Beispiel zu diesem ideomotorischen Effekt ist wohl das sogenannte «Ouija Board» (Bildquelle):

Dieses vor allem in den USA bekannte Spielbrett sorgt bei so manchen Kindern, aber auch Erwachsenen, für Gänsehaut, denn der Holzzeiger bewegt sich wie von Geisterhand von Buchstabe zu Buchstabe.
Die eigentlich Wichtigste Erkenntnis als Fazit des Pendlertests stammt von Rainer Bunge, wenn er die Reaktion Bieris auf seinen Misserfolg kommentiert:
Der Wissenschaftler, beispielsweise ich, fängt an, an der Theorie zu zweifeln, wenn die Ergebnisse in eine andere Richtung zeigen, also die Messergebnisse, während der Esoteriker an den Messergebnissen zweifelt und seine Theorie nicht in Frage stellt.
Eine prägnante Erklärung, die aber eines der wichtigsten, wenn nicht gar das wichtigste Kriterium der Unterscheidung zwischen wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Vorgehen beschreibt.

30. September 2012

SkeptisCH - Folge 5: Über Klimawandel und Klimawandel-Skeptiker

Klimawandel ist ein Thema, welches die Gemüter erhitzt, und zwar in mancherlei Hinsicht. Die einen sehen in menschenverursachtem Klimawandel ein Sinnbild menschlicher Hybris, die anderen eine Aufgabe, welcher der menschliche Innovations- und Erfindergeist allemal gewachsen ist.
An dieser Stelle soll nicht die grosse politische und bisweilen poetische Debatte rund um Klimawandel befeuert werden, sondern die wissenschaftliche: Die die Theorie des menschenverursachten Klimawandels stützende wissenschaftliche Forschung ist in zunehmendem Masse einer Fundamentalkritik ausgesetzt. In Folge 5 unseres Podcasts widmen wir uns den (vermeintlich) skeptischen Argumenten zu Klimawandel.
Tobi hat mit Oliver die Veranstaltung «Swiss ECS» besucht, den «Swiss Energy and Climate Summit». An dieser Konferenz fand ein Streitgespräch zwischen dem Klimaforscher Thomas Stocker und Fritz Vahrenholt unter dem Titel «Ist die Sonne Schuld an der Klimaerwärmung?» statt. Letzterer kritisiert den Konsens der Klimaforschung, dass nämlich als Folge menschlichen Handelns ausgestossene Treibhausgase zum Klimawandel beitragen, und behauptet stattdessen u.a., dass Klimaerwärmung durch von Menschen unabhängige Effekte wie Zyklen der Sonnenaktivität gesteuert wird. Diese Hypothese hat Vahrenholt in seinem Buch «Die kalte Sonne» verarbeitet.
Weiterführende Links:
  • Die gängigsten Kritikpunkte an der Klimawandelforschung sind auf der Webseite http://wattsupwiththat.com/ zu finden (Die Bewegung der Klimaforschungs-Kritik hat denn auch ihren Ursprung im angelsächsischen Raum).
Wie immer wünschen wir gute Unterhaltung!

Der Podcast kann über RSS oder iTunes abonniert werden.

24. September 2012

Die wirre Welt der Finanzastrologie


The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable.
Dieser bekannte, vom Ökonomen John Kenneth Galbraith geäusserte Spruch beinhaltet die Essenz auch der aktuellen Kritik an einigen gängigen wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen, bei denen Wirtschaftswissenschaft nicht mehr als Sozialwissenschaft, sondern im Wesentlichen als Naturwissenschaft behandelt wird.
Das mündet aber bald in Problemen, weil Ökonomie als eine der «Soft Sciences», also als eine der weichen Wissenschaften, ob der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes (kontingentes, d.h. nicht grundsätzlich berechenbares menschliches Handeln auf Mikro-, Meso- und Makroebene) eben nur retrospektiv analysieren und nicht prospektiv voraussagen kann, wie dies etwa Physik oder Chemie mit ihren Untersuchungsgegenständen tun (vgl. zu einer ausführlicheren Unterscheidung zwischen «weichen» und «harten» Wissenschaften «Nonsense on Stilts» von Massimo Pigliucci).

Die kritische Diskussion rund um Möglichkeiten und Grenzen der Wirtschaftswissenschaften ist wichtig und willkommen. In diesem Zusammenhang wirkt der Artikel, welchen der Tagesanzeiger am 28. August veröffentlichte, wie ein satirischer Kommentar auf die Hybris bestimmter ökonomischer Denkschulen:
Leider ist der Artikel nicht Satire und der Inhalt nicht erfunden.
Die Pensionskasse des Kantons Zürich, BVK, hat 273 Millionen Franken verloren, welche sie bei der Investmentfirma «BT&T» angelegt hatte. In einem (noch nicht veröffentlichten) Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission (bestehend aus Politikern unterschiedlicher Parteien) wird dokumentiert, dass die Firma «BT&T» einen Astrologen als Berater für Investitionstätigkeiten zur Hilfe zog. Darüber hinaus nahm der Astrologe offenbar Aufgaben im Personalwesen von «BT&T» wahr.
Der gemäss Tagesanzeiger-Artikel für die Anstellung des Astrologen Verantwortliche, Walter Meier, ist nach wie vor als Verwaltungsratspräsident bei «BT&T» tätig.

Der im Tagesanzeiger geschilderte Vorfall ist für sich genommen spannend. Er wirft aber auch einige weiterführende Fragen auf: Gehört die «Beratungstätigkeit» in der Finanzwirtschaft zum regulären Betätigungsfeld von Astrologinnen und Astrologen? Und vor allem: Warum lassen sich vermeintlich hoch gebildete Menschen wie z.B. Dr. Walter Meier von der «BT&T» von solchen Dienstleistungen überzeugen - kann es sein, dass Finanzastrologie tatsächlich «funktioniert»?

2. September 2012

SkeptisCH - Der kritische Schweizer Podcast: Folge 3

Folge 3 unseres Podcasts «SkeptisCH» ist online:

In dieser Folge versuchen wir etwas Neues: Wir unterhalten uns nicht mehr nur auf Schweizerdeutsch, sondern auch auf Hochdeutsch
Der Podcast kann (wie immer kostenlos) abonniert werden über RSS oder iTunes. Der Downloadlink für die Folge ist hier.

00:01:51 - 01:19:45 Neubesetzung der Naturheilkunde-Professur in Zürich (Hochdeutsch)
Der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich wird neu besetzt, und wir waren bei den Vorträgen der Kandidatinnen und Kandidaten dabei.

01:20:14 - 01:55:09 TCM-Selbstversuch (Schweizerdeutsch)
Tobi hat sich einer TCM-Behandlung ("traditionelle chinesische Medizin") unterzogen und berichtet von seinen Erlebnissen.

Wir wünschen wie immer gute Unterhaltung und freuen uns auf Feedback!

19. August 2012

SkeptisCH - Der kritische Schweizer Podcast: Folge 2

Die zweite Folge von «SkeptisCH» ist online:

Der Podcast kann (natürlich kostenlos) abonniert werden über RSS oder iTunes. Der Downloadlink für die Folge ist hier.
In Folge 2 sprechen wir über folgende Themen:

00:02:14 - 00:16:51 Negativkommentare zur Marsmission "Mars Science Laboratory"
Die Marssonde Curiosity liefert Daten in bisher einmaliger Fülle vom Mars, aber nicht allen gefällt das.
Links:

00:16:53 - 00:42:18 Erich von Däniken
Erich von Däniken meldet sich im Zusammenhang mit dem Film "Prometheus" zu Wort. Wir besprechen seine Theorien ein wenig.
Links:

00:42:47 - 01:00:00 Kinesiotapes
Kinesiotapes an den oympischen Spielen.
Links:

01:00:02 - 01:46-34 Filmreview: Prometheus
Wir besprechen den Film Prometheus von Ridley Scott aus skeptischer Sicht. Achtung Spoiler!
Links:
Wir wünschen viel Spass und freuen uns auf Feedback!

13. August 2012

Eine Typologie der Negativkommentare zur Marsmission «Curiosity»

Vor knapp einem Monat habe ich Online-Artikel, welche die Entdeckung des Higgs Bosons am CERN beschrieben, ein wenig unter die Lupe genommen: Ich wollte versuchen, Kommentare zu diesen Artikeln, die eine tendentiell ablehnende, kritisierende Meinung vertreten, nach bestimmten Typen zu unterscheiden.

Am 6. August ist die NASA-Marsmission «Mars Science Laboratory», inkl. dem Vehikel «Curiosity», erfolgreich auf dem Mars gelandet. Abgesehen davon, dass diese ca. 8 Monate andauernde Reise zum Mars eine technische Meisterleistung darstellt, werden mit dieser Marsmission Daten über unseren roten Nachbarn in bisher unerreichter Fülle gesammelt. Ähnlich wie bei den monumentalen Ergebnissen zum Higgs Boson ist die Marsmission nicht vor kritischen Kommentaren gefeit. Im Folgenden versuche ich, die kleine Typologie der Negativkomentare auf die NASA-Mission anzuwenden.

Erweiterung der Typologie

Die Typologie der Negativkommentare zum Higgs Boson umfasste folgende Kategorien:
  • Antiwissenschaft
  • Kein Nutzen und zu teuer
  • Hunger
  • Religion
  • Verschwörung
  • Zurück zur Natur
  • Besserwissenschaftler
Die Kategorien «Kein Nutzen und zu teuer», «Hunger», «Zurück zur Natur» lassen sich als Unterkategorien einer Kommentargruppe ansehen, die ich «Falsche Prioritäten» nenne. Diese Gruppe ergänze ich durch die Kategorie «Wichtigere Probleme». Die leicht veränderte Typologie sieht folgendermassen aus:
  • Antiwissenschaft
  • Falsche Prioritäten
    • Kein Nutzen und zu teuer
    • Hunger
    • Zurück zur Natur
    • Wichtigere Probleme
  • Religion
  • Verschwörung
  • Besserwissenschaftler

Antiwissenschaft

Die Gruppe der «Antiwissenschaft»-Kommentare ist relativ kleiner als bei der Higgs Boson-Geschichte, aber dennoch vertreten:
Antiwissenschafts-Kommentare werfen den involvierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Inkompetenz, unlautere Motive und letztlich Hybris vor: Die Erforschung des Mars bedeutet einen implizierten Verstoss gegen die «natürliche Ordnung». Die Antiwissenschafts-Gruppe leugnet nicht zwingend die faktische Seite der Ereignisse (d.h., es wird nicht zwingend bestritten, dass die Marsmission tatsächlich stattfindet).

5. August 2012

SkeptisCH - Der kritische Schweizer Podcast: Folge 1

Heute startet der Podcast «SkeptisCH» mit der ersten Folge:

Man möge Tobias und mir den vielleicht etwas holprigen Podcast-Start verzeihen, aber es handelt sich bei diesem Projekt um einen klassischen Fall von «learning by doing»:
Der RSS-Feed für den Podcast ist hier, der Direktlink für Folge 1 hier zu finden.

Im Podcast sprechen wir Schweizer Mundart, aber nicht grundsätzlich exklusiv. Vorläufig wird der Podcast alle zwei Wochen erscheinen, aber auch der Veröffentlichungsrhythmus ist nicht in Stein gemeisselt. Es kann und soll sich also durchaus noch Einiges verändern - Rückmeldungen sind entsprechend immer willkommen.

In Folge 1 unterhalten wir uns ein wenig über den brasilianischen Wunderheiler João de Deus, über Taliban und Massenhysterie (vgl. den letzten Blogeintrag), und über Kornkreise. Daneben gibt es ein paar Kurzinterviews von der Gründungsversammlung der Skeptiker Schweiz zu hören.

Wir hoffen, dass der Podcast schon jetzt einigermassen gefällt, und wünschen viel Vergnügen!

29. Juli 2012

Die vergifteten afghanischen Mädchen: Gräueltat der Taliban oder Massenhysterie?

In den letzten Monaten machten Meldungen über eine Anschlagserie auf Schulmädchen die Runde, z.B. in 20minuten, auf News.ch oder auf Tagesanzeiger-Online:
In ihrer Brutalität avancierten diese Anschläge schnell zum Sinnbild der islamistischen Bosheit: Die Gewaltideologie der Taliban gründet in der Unterdrückung der Frau, und die Unterdrückung der Frau beginnt mit dem Verbot einer jeden Bildung. Diese hinterlistigen Vergiftungsanschläge rufen denn auch in Erinnerung, dass die jahrelange westliche Okkupation Afghanistans scheinbar keinerlei Fortschritt gebracht hat, die gebündelte militärische Macht der USA und der restlichen NATO-Mitglieder kein Mittel gegen die in Höhlen Afghanistans und Pakistans hausenden totalitären Turbanträger fand.

Der Fall scheint soweit klar: Die Vergiftungen sind ein trauriges Zeugnis der Rückständigkeit und Gewaltbereitschaft der Taliban. Am 13. Juli veröffentlichte die NZZ aber einen Artikel zu den Vergiftungen, der diese Lesart in Frage stellt:
Kann es sein, dass diese wiederholten Vergiftungen nicht nur nicht von den Taliban verübt wurden, sondern, dass gar keine Vergiftungen stattfanden?

14. Juli 2012

Die Sache mit der Vorhaut

Die männliche Vorhaut ist gegenwärtig in aller Munde (metaphorisch): Ende Juni hat das Kölner Landgericht geurteilt, dass medizinisch nicht notwendige Beschneidung, motiviert aus religiösen Gründen, Körperverletzung ist:

Es überrascht nicht, dass dieses Urteil teils heftig kritisiert wird. Einerseits von betroffenen religiösen Gruppen, allen voran muslimischen und jüdischen Religionsgemeinschaften, andererseits aber auch von nicht in erster Linie religiös motivierten Kritikerinnen und Kritikern, die in diesem Urteil eine Reihe von Problemen sehen: Es werde gegen Religionsfreiheit verstossen, BeschneidungsgegnerInnen seien bisweilen rassistisch motiviert und leideten unter psychischen Problemen, und Beschneidung als ein hilfreiches Mittel, um die Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten, darunter AIDS, zu senken, sei eigentlich zu begrüssen. Wie ist das Gezerre um die Vorhaut zu bewerten?

Beschneidung und AIDS

Zunächst möchte ich der Frage nachgehen, ob männliche Beschneidung direkte gesundheitliche Vorteile bringt. Ich gehe dabei nicht auf alle potentiell relevanten Krankheiten ein, sondern nur auf AIDS. Dies, weil sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO Beschneidung als Mittel der HIV-Bekämpfung empfiehlt:
Es existieren einige Studien, welche einen negativen Zusammenhang zwischen Beschneidung und HIV-Ansteckung beobachten. Die WHO-Empfehlung beruht aber vor allem auf drei Studien jüngeren Datums, welche in einem randomisierten Experiment die Auswirkung von Beschneidung untersucht haben:
Alle drei Studien funktionieren nach demselben, einleuchtenden Prinzip: Eine grosse Anzahl Männer wird randomisiert in zwei Gruppen geteilt (es handelt sich nur um Randomisierung, nicht aber um eine Doppelblindung, was aufgrund der Art der Intervention einleuchtet). Die eine Gruppe wird beschnitten, die andere nicht (bzw., erst nach dem Ende der experimentellen Beobachtungsperiode), und es wird gemessen, in welcher Gruppe die HIV-Ansteckungsrate höher ist. Zwei Aspekte sind bei diesen Studien problematisch: Die Untersuchungsethik und die Interpretation der Ergebnisse.

7. Juli 2012

Eine Typologie der Negativkommentare zum Higgs-Boson

Am Mittwoch, dem 4. Juli, gab das CERN bekannt, dass durch Messungen ein neues Teilchen entdeckt wurde, welches die Eigenschaften des Higgs-Boson erfüllt. Somit liegt ein Ergebnis von grosser Bedeutung vor, hilft doch das Higgs-Boson, zu erklären, warum Partikel überhaupt Masse erhalten.

Um dieser enormen Leistung und wohl bahnbrechenden Entdeckung gerecht zu werden, genügen meine Physikkenntnisse bei weitem nicht aus. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle einen kleinen Ausflug in die Reaktionen zu der Entdeckung des CERN unternehmen.

Für die Online-Ausgaben der NZZ, des Tagesanzeigers, des Blick und von 20minuten habe ich die Leserkommentare des jeweils ersten Artikels, welcher die Entdeckung des CERN dokumentiert (bzw. des ersten Artikels, bei welchem die Kommentarfunktion freigeschaltet war), durchgelesen. Ich wollte in Erfahrung bringen, welche Dinge an den Higgs-Boson-Ergebnissen wie kritisiert werden. Aus den negativen Kommentaren lassen sich, wie ich unten aufzuzeigen versuche, 7 Gruppen unterscheiden.

Antiwissenschaft

Eine erste Gruppe der Kommentatoren bezeichne ich als «Antiwissenschaft»:
Die Gruppe der «Antiwissenschaft» zeichnet sich dadurch aus, dass die Kompetenz der CERN-Forscherinnen und -Forscher in Abrede gestellt wird, aber auch der Wissenschaft grundsätzlich. Wissenschaft gilt als Unterfangen, welches wider die Natur ist und darum falsch sein muss. Das Motiv der Hybris spielt hier eine zentrale Rolle: Wissenschaft vergisst, was die Stellung des Menschen im Kosmos ist und stört mit ihren Eingriffen die natürliche Ordnung, was letztlich den Untergang der Menschheit bedeutet.

Kein Nutzen und zu teuer

Die «Kein Nutzen und zu teuer»-Gruppe ist auch verhältnismässig prominent vertreten; hier einige Beispiele:
Die «Kein Nutzen und zu teuer»-Gruppe stellt anders als die «Antiwissenschaft»-Gruppe nicht die Güte der Forschungsergebnisse oder Wissenschaft im allgemeinen in Frage, sondern versucht sich an einer Rechnung von Aufwand und Ertrag. Das Hauptnarrativ ist, dass das in CERN investierte Geld keinen entsprechenden Nutzen bringt, und die gegenwärtigen Ergebnisse des CERN an und für sich gar nicht wichtig sind. Dabei werden Kosten und Nutzen nicht im Rahmen wissenschaftlicher Grundlagenforschung kritisiert, sondern in einem alltagsökonomischen Verständnis, wo Geld einen Tausch für konkrete Güter und Dienstleistungen bedeutet.

Hunger

Eine weitere Gruppe der kritisch Kommentierenden nenne ich «Hunger»:
Die «Hunger»-Gruppe ähnelt in ihrem Argumentarium der «Kein Nutzen und zu teuer»-Gruppe, wobei weniger der Eigennutz und mehr ein altruistisches Motiv hervorgehoben wird: Es ist verwerflich, Geld in Teilchenforschung zu investieren, während anderswo noch Menschen an Hunger oder sonstwie leiden. Auch diese Überlegung postuliert implizit ein alltagsökonomisches Modell, bei welchem das in CERN investierte Geld dort fehlt, wo Menschen hungern müssen.

Religion

Auch anzutreffen sind Kommentare, welche auf Religion und Gottheiten rekurrieren:
Es ist schwer abzuschätzen, ob diese Gruppe eigenmotiviert ist, oder erst durch den Begriff des «Gottesteilchens», welcher sich ausserhalb der Forschergemeinde für das Higgs-Boson eingenistet hat, mobilisiert wird. Die Gruppe «Religion» ist verwandt mit jener der «Antiwissenschaft»: In beiden Fällen wird die CERN-Forschung als Affront angesehen. Mit einiger Süffisanz wird bei «Religion» dabei festgehalten, dass diese Form der Forschung nur zu entdecken versucht, was Gläubige schon lange wissen.

Verschwörung

Obwohl in den Kommentaren nicht sehr dominant, ist auch eine Gruppe «Verschwörung» ansatzweise auszumachen:
Dieser Ansatz einer CERN-Verschwörungstheorie behauptet, die Ergebnisse seien gefälscht, und letztlich gehe es nur um Geld. Die Idee, dass Forscherinnen und Forscher Ergebnisse fälschen, um weitere Forschungsgelder zu erhalten, ist ein wichtiges Element antiwissenschaftlicher Verschwörungstheorien. Damit wird das Leugnen der Ergebnisse legitimiert: Wenn z.B. die Datenlage zeigt, dass der Mensch den Klimawandel mitverursacht, werden die Ergebnisse geleugnet, weil im Voraus klar ist, dass die Wissenschaft dahinter korrupt ist. Dieser Mechanismus der Korrumpiertheit als Prämisse ist ein wichtiges Mittel zur Tilgung kognitiver Dissonanzen, was miterklärt, warum sich Verfechterinnen und Verfechter von Verschwörungstheorien durch Fakten oft nicht von ihrem Glauben nicht abbringen lassen.

Zurück zur Natur

Eine weitere Gruppe, welche sich andeutet, nenne ich «Zurück zur Natur»:
Die Gruppe «Zurück zur Natur» hängt eng mit den Gruppen «Kein Nutzen und zu teuer» und «Hunger» zusammen: Wir investieren Ressourcen in das CERN, obwohl es Wichtigeres gäbe. «Zurück zur Natur» bringt im Unterschied zu diesen zwei Gruppen nicht konkrete eigennützige oder altruistische Kritik an, sondern ruft zu einer nostalgischen, aber nicht unbedingt rückwärts gerichteten Neuordnung unserer Prioritäten. Das Streben nach abstrakter Erkenntnis hilft nicht, die «conditio humana», die Ängste und Zweifel des Menschseins zu lindern.

Besserwissenschaftler

Eine letzte Gruppe der Kommentierenden nenne ich ihn Anlehnung an den Begriff «Besserwisser» «Besserwissenschaftler»:
Die Gruppe der «Besserwissenschaftler» - in den Kommentaren, welche ich angeschaut habe, nur eine kleine Minderheit - lehnt die Ergebnisse des CERN als faktisch oder wertend falsch ab. Dabei soll der Eindruck entstehen, diese Beurteilung stamme aus einem qualifizierten wissenschaftlichen Blickwinkel. Ein wichtiges Element bei «Besserwissenschaftlern» dürfte der Verweis auf die Ergebnisse anderer wissenschaftlicher Forschung sein, welche nach genauerer Prüfung verworfen werden mussten. Es wird aber nicht der Inhalt der vorliegenden Forschungsergebnisse aufgrund ähnlicher Fehler anderer Ergebnisse kritisiert, sondern nur eine oberflächliche Analogie zu der medialen Rezeption der vorherigen Forschung gemacht.

Fazit

Dieser Blick in die Negativkommentare zu der Higgs-Boson-Forschung am CERN ist sicherlich nicht sehr aussagekräftig und verallgemeinbar, deutet aber immerhin an, welche Formen wissenschaftskritischer Haltungen in der heutigen Online-Population vorhanden sind. Den roten Faden bildet, was ich Wissenschaftsverdrossenheit nenne: Wissenschaft wird pauschal abgelehnt, verlacht, geleugnet, diskreditiert, und das eigene Empfinden und ad hoc-Erklärungen sind prinzipiell aussagekräftiger als wissenschaftliche Forschung. Da alle Kommentare von den betroffenen Webseiten kontrolliert und gefiltert werden, ist anzunehmen, dass die obige Typologie nicht erschöpfend ist und die abstrusesten Kommentare gelöscht wurden.

Allzu grosser Pessimismus ist trotzdem nicht angebracht, denn die Mehrheit der Online-Kommentare hat die Ergebnisse am CERN als das gefeiert, was sie sind: Ein Monument des menschlichen Forschergeistes, welches eindrücklich demonstriert, zu welchen Leistungen Menschen in der Lage sind, so sie sich in Vernunft vereinen.

1. Juli 2012

Neues Altes zur Homöopathie

Gegenwärtig überschlagen sich die Ereignisse zu Homöopathie: Ein Buch mit dem Prädikat «Made in Switzerland» sorgt für Furore, eine Gesetzesänderung im Vereinigten Königreich bedeutet vielleicht das dortige vorläufige Ende der Homöopathie, und die nicht immer ganz lauteren Methoden der Homöopathie-Lobby werden publik. Aber der Reihe nach.

Der «Swiss homeopathy report»

Im Februar 2012 erschien die englischsprachige und erweiterte Fassung einer Untersuchung, welche im Auftrag des Bundes erstellt wurde, und zwar im Zusammenhang mit der Aufnahme bestimmter alternativmedizinischer Heilmethoden in die obligatorische Krankenkasse: «Homeopathy in Healthcare – Effectiveness, Appropriateness, Safety, Costs».
Die Untersuchungen dieses Buches sind ein Teil des 2005 abgeschlossenen «Programms Evaluation Komplementärmedizin (PEK)». Bereits die Buchbeschreibung deutet an, um was für einen Inhalt es sich handelt:
The present report, in contrast, offers a differentiated evaluation of the practice of homoeopathy in health care. It confirms homoeopathy as a valuable addition to the conventional medical landscape – a status it has been holding for a long time in practical health care.
Zusätzlich noch eine kleine Leseprobe, die eigentlich zu Genüge demonstriert, was für «Forschung» hier vorliegt (S.12; das ganze Buch lade ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht rauf):
Das «Leben als Ganzes» ist zu beachten. Man muss auch «spirituelle Wissenschaft» berücksichtigen. Und überhaupt, Quantentheorie und Chaostheorie. Noch Fragen?

Es ist allzu offensichtlich, dass dieses Buch nicht demonstriert, dass Homöopathie wirkt, sondern eher, wie kreativ Homöopathie-Gläubige bei der Rechtfertigung ihres Glaubens sein können. Abschliessend noch ein paar weiterführende Links, wo genauer besprochen wird, was die Probleme des Buches sind:

Die britische Gesetzesverschärfung

Quackometer berichtete von einer Gesetzesänderung im Vereinigte Königreich:
Genau genommen tritt keine Gesetzänderung in Kraft, sondern eine Konsolidierung bestehender Gesetze in einen Gesetzestext. Dabei wird das bestehende Gesetz konsequenter angewendet und der Verkauf unauthorisierter homöopathischer Mittel z.B. über das Internet und Telefon unterbunden.

Offenbar machen solche Vertriebsquellen für Homöopathinnen und Homöopathen im Vereinigten Königreich eine grosse Einnahmequelle aus; so sehr, dass ohne diese Einnahmequelle von einem «Ende» der Homöopathie gesprochen wird. In der Schweiz dürfte die Situation diesbezüglich anders sein: Das Gros der Globuli hierzulande ist wahrscheinlich ganz legal in Umlauf, auch, weil diese eine «vereinfachte Zulassung» geniessen. Das bedeutet u.a., dass Globuli auch dann in den Verkauf kommen dürfen, wenn sie explizit behaupten, die Globuli hätten keine Indikation, also keinen Wirkungsbereich:
Dieses eigentümliche Verfahren ergibt sich aus den Glaubenssätzen der Homöopathie, wo zwar postuliert wird, das Gleiches Gleiches heile, aber dann auch wieder, dass nicht im Voraus klärbar sei, welches Mittel für welches Gebrechen zu nutzen sei.

In den Niederlanden wird die Schraube des Gesetzes angezogen: Seit heute müssen Homöopathie-Hersteller beweisen, dass ihre Globuli wirken, wenn sie weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit sein wollen:


«Die schmutzigen Methoden der sanften Medizin»

So der Titel eines sehr lesenswerten Artikels auf Sueddeutsche.de:
Der Artikel beschreibt, wie bestimmte «alternativmedizinische» und esoterische Firmen und Gruppierungen ein Netz von Journalisten finanzieren, welche über Online-Kanäle Kritikerinnen und Kritiker zu diskreditieren versucht.

Grundsätzlich ist natürlich nichts verkehrt dabei, wenn Personen Kritik an skeptischer Berichterstattung anbringen. Hier liegt aber ein relativ klarer Fall von halbversteckter Auftrags-PR vor, die wenig mit richtiger Kritik und mehr mit Verzerrung, persönlichen Angriffen, und aggressivem Produktmarketing zu tun hat. Das bedeutet nicht, dass alle Esoterik-Verfechterinnen und Verfechter unlauter vorgehen, aber offenbar ein Teil der Esoterik-Industrie schon.

Fazit: Homöopathie bleibt Humbug

Es passiert viel und ändert sich wenig: Die theoretischen Argumente und empirische Datenlage zu Homöopathie bleiben dieselben. Die zwei Grundpostulate der Homöopathie
  1. Gleiches heilt Gleiches.
  2. Bei Verdünnung wirkt ein Mittel stärker.
stimmen nach wie vor nicht. Die Fehlschlüsse der Homöopathieverfechterinnen und -verfechter bleiben Fehlschlüsse: Ja, Homöopathie ist beliebt, aber Beliebtheit sagt nichts über Wirksamkeit aus. Nein, der Plural von «Anekdote» ist nicht «Daten». Nein, Homöopathie wird nicht durch Quantenphysik bestätigt. Ja, auch in der Pharmaindustrie läuft nicht alles ideal ab, aber das beweist noch nicht die Wirksamkeit der Homöopathie.

Zur abschliessenden Illustration ein von der BBC durchgeführter Homöopathie-Test:






Die Zeit scheint langsam reif, einen vorläufigen Schlussstrich* zu ziehen: Homöopathie wirkt über den Placeboeffekt hinaus nicht.

*Ergebnisoffenheit ist dabei natürlich immer noch oberste Prämisse: Neue Argumente und Daten sind immer willkommen. Es gilt aber: Aussergewöhnliche Behauptungen bedürfen aussergewöhnlicher Beweise.

23. Juni 2012

Tödliche Vogelgrippeviren und explosive Studien

Tagesanzeiger-Online berichtet heute über die umstrittene Veröffentlichung zweier Studien zu einem im Labor hergestellten Strang des Vogelgrippe-Virus:
Der Autor des Artikels, Didier Trono, ist Professor an der ETH Lausanne und selber Virus-Experte. Trono bemängelt, dass die im Labor hergestellten Vogelgrippe-Mutationen ein unverhältnismässiges Risiko darstellen. Hat Trono Recht, oder übt sich der Tagesanzeiger in Alarmismus?

Die Virus-Mutationen

Der Stein des Anstosses sind Forschungsarbeiten zweier Gruppen: Eine davon am Erasmus Medical Centre Rotterdam unter Leitung von Ron Fouchier, und die andere an der Universität Wisconsin-Madison unter Leitung von Yoshihiro Kawaoka.

Die zwei Forschungsteams haben das H5N1-Virus, das sogenannte Vogelgrippe-Virus, unter Laborbedingungen mutiert, und zwar derart, dass eine Übertragung des Virus von Säugetier zu Säugetier über die Luft stattfinden kann. Dies sorgte für einige vor allem massenmediale Empörung, weil befürchtet wurde, dass diese neuen «Killerviren» unfreiwillig freigesetzt werden könnten, oder, dass die Forschungsergebnisse eine regelrechte Anleitung für Bioterrorismus seien.

16. Juni 2012

Sport und Pseudowissenschaft - ein Dream-Team?

Die Fussball-Europameisterschaft ist in vollem Gange, und trotz immer vorhandener und notwendiger Diskussionen rund um politische und finanzielle Umstände solcher sportlicher Grossanlässe ist ein athletischer Wettkampf auf höchstem Niveau immer eine spannende Sache.

Eine bestimmte Komponente ist dabei stets vorhanden: Wo Sport auf höchstem Niveau stattfindet, wo also Athletinnen und Athleten ihre Körper bis an die Grenzen des biologisch Machbaren zwingen, dort ist auch die Verlockung gross, durch den Einsatz unerlaubter oder gefährlicher Mittel diese Grenzen auszuweiten.

Wie Focus Online unlängst berichtete, wird zu diesem Zweck auch zu esoterischen Aufputschmitteln gegriffen:
Wenn sogar der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw seinen Spielern Shambala-Armbänder verteilt, sind ein paar Überlegungen zu Esoterik und Pseudowissenschaft im Sport angebracht.

Einen Umstand möchte ich vorwegnehmen: Konkrete Daten zu der Verbreitung bestimmter esoterischer und/oder pseudowissenschaftlicher Mittel und Methoden in Profi- und Breitensport liegen mir keine vor; mit diesem Blogeintrag will ich also nicht alarmistisch behaupten, Sport sei von Pseudowissenschaft unterwandert.

Wo der Placebo Berge versetzt

Eine erste mögliche Erklärung für die Nutzung von Esoterik und Pseudowissenschaft in athletischem Umfeld sehe ich in der körperlichen Unmittelbarkeit von Sport gegeben.

Der Mensch ist darauf geeicht, aus anekdotischen Vorgängen kausale Muster zu erkennen, und diese fast automatisierte Suche nach Mustern hilft uns ganz gut durch den Alltag. Besonders durch die lebenslange Wiederholung von Vorgängen, die unseren eigenen Körper betreffen, werden wir alle zu Experten des Subjektiven: Wenn die Blase drückt, muss ich urinieren, dann drückt sie nicht mehr. Wenn das unangenehme Hungergefühl auftaucht, esse ich etwas, und das Gefühl ist vorläufig gebannt. Wenn das diffuse und doch so bekannte Gefühl der Müdigkeit mich überwältigt, bette ich mich zum Schlaf und bin nachher weniger müde. Wenn ich sexuelle Erregung verspüre, weiss ich, dass eine entweder alleine oder in Gemeinschaft stattfindende stimulative Entladung ein wohliges Empfinden verursacht.

10. Juni 2012

Eindrücke von der Vereinsgründung der «Skeptiker Schweiz»

Nach langem Warten war es gestern so weit: «Skeptiker Schweiz - Verein für kritisches Denken» wurde gegründet.

Im vollgepackten Saal - so soll es auch sein - hielt Florian Freistetter ein Referat zum Weltungergang 2012 (Das erste Foto stammt von Florians Reisebericht aus Zürich):

Auch Amardeo Sarma, der Vorsitzende der GWUP, stattete uns einen Besuch ab, und gab uns einige Tipps aus dem GWUP-Erfahrungsschatz der letzen 25 Jahre mit auf den Weg:

Den ersten Vorstand der «Skeptiker Schweiz» bilden (leider haben wir nicht daran gedacht, ein Gruppenfoto o.ä. zu machen):
  • Christian Burger
  • Fabian Frei
  • Tobias Füchslin
  • Marko Kovic
  • Marcel Küchler
Der Kassier ist Christian, und ich übernehme vorerst das Präsidium. Die Revisionsstelle übernimmt Daniel Andres.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Florian Freistetter und Amardeo Sarma für ihren Besuch, wie natürlich auch bei allen anderen gestern Anwesenden. Besonderer Dank gebührt zudem allen, die zur Entstehung der «Skeptiker Schweiz» beigetragen haben.

Für alle an einer Mitgliedschaft Interessierten: Der Mitgliederbeitrag bis Ende 2012 beträgt CHF 30.-. Auf www.skeptiker.ch werden wir ein Online-Beitrittsformular sowie eine PDF-Version aufschalten. Für alle, die sofort Mitglied werden möchten: Die PDF-Version des Formulars, welche bequem am PC ausgefüllt und anschliessend an Christian Burger (christian.burger@skeptiker.ch) geschickt werden kann, ist hier herunterladbar.

UPDATE 11.06.2012:
Das Anmelde-Formular ist nun auch online auf www.skeptiker.ch.

3. Juni 2012

Mamablog: «Weshalb fahren Familien auf Homöopathie ab?»

Am 10. Mai erschien auf dem «Mamablog» des Tagesanzeigers ein Artikel, welcher der Frage nachgeht, warum Homöopathie bei Eltern so beliebt sei:
Zunächst sei bemerkt, dass der Mamablog-Artikel keine Daten präsentiert, welche zeigten, ob Homöopathie bei Familien besonders verbreitet sei («Das bestätigen Homöopathen und die Regale von Buchläden: Dutzende Ratgeber und Nachschlagewerke versuchen dem Laien diese Alternativmedizin näherzubringen. Viele Buchtitel richten sich dabei explizit an Familien.»).

Dennoch ist der Artikel lesenswert, da er einerseits gut beschreibt, warum es für Eltern vielleicht verlockend sein kann, Homöopathie anzuwenden - und andererseits demonstriert, wie egoistisch Eltern sein müssen, um ihren Kleinkindern Homöopathie zu verabreichen.

Der Reiz der Homöopathie

Die Autorin erklärt zunächst, dass die Lehre der Homöopathie nicht eben simpel ist:
Die Eltern müssen also die Art des Schmerzes bestimmen sowie den allgemeinen Zustand des Kindes erfassen können.
Das ist anspruchsvoll. Und alles für eine Behandlung, deren Wirkung umstritten ist.
Weshalb also ist die homöopathische Behandlung für Eltern derart attraktiv?
Ein berechtigter Punkt, und die vermutete Antwort ist auf einer emotionalen Ebene nachvollziehbar:
Vor allem wohl, weil sich viele Eltern gegenüber der Schulmedizin eine Alternative wünschen. Sie sind irritiert, wenn ihnen der Arzt bei einem normalen grippalen Infekt eine Handvoll chemischer Medikamente in die Hand drückt, damit sie diese dem Kleinkind verabreichen. Die Eltern setzen mit der Homöopathie auf eine natürliche Methode, die im Gegensatz zu Medikamenten keine Nebenwirkungen hat.
Damit ist der elterliche Beschützerinstinkt angesprochen: Man will das eigene Kind nicht vermeintlich aggressiven Stoffen aussetzen, und setzt stattdessen lieber auf angeblich mildere Heilmittel. Und bereits hier setzt die Liebe zum eigenen Kind aus und beginnt der eigene, egoistische Glaube.

Was ich glaube, hat mein Kind zu schlucken

30. Mai 2012

«Skeptiker Schweiz»: Bald ist es soweit

Die Gründungsversammlung des Vereins «Skeptiker Schweiz» steht kurz bevor, und aus diesem Anlass haben wir gestern eine erste Medienmitteilung rausgegeben:
Es gilt also ernst: Durch die modrigen Gewässer der PR-Kommunikation watet nämlich nur, wer für eine Sache genug Begeisterung und Leidenschaft mitbringt.

In diesem Sinne seien nochmals alle Interessierten an die Gründungsversammlung vom Samstag, dem 9. Juni, um 15.00 Uhr in der Museumsgesellschaft Zürich (Limmatquai 62, 8022 Zürich), herzlich eingeladen - und eher kritische Stimmen sind natürlich ebenso willkommen.

25. Mai 2012

Die Jagd auf den Yeti ist eröffnet! (und: Lesetip)

Verkehrte Welt: Die GWUP berichtet über den «Yeti»-Europas - einen mysteriösen angeblichen schwarzen Panther, der gegenwärtig in der Schweiz sein Unwesen treiben soll.
Und derweil suchen Forscher aus der Schweiz den Yeti Asiens, nämlich das eigentliche Fabelwesen aus dem Himalaya, wie 20minuten gestern berichtete:
Das Zoologische Museum in Lausanne ist in Besitz des Nachlasses von Bernard Heuvelmans, eines Biologen, der grosse Teile seines Lebens der Suche unentdeckter Tierarten widmete. Zu diesem Zweck lässt das Museum organisches Material, welches von der Kreatur des Yeti stammen könnte, in England genetisch untersuchen.

Was ist davon zu halten, dass letztlich Steuergelder in die Suche nach dem Yeti fliessen? In diesem Fall scheint das Vorgehen durchaus gerechtfertigt. Es handelt sich hierbei nämlich um korrektes, wissenschaftlich-kritisches Vorgehen: Eine grundsätzlich plausible Hypothese (Existenz einer unbekannten Menschenaffenart) soll anhand empirischer Beweise geprüft werden, und die Beteiligten sind ergebnisoffen.

Auf der Webseite des Zoologischen Museums in Lausanne wird im Abschnitt zur Kryptozoologie zudem explizit  festgehalten:
En aucun cas, nous ne cautionnons ou donnons un blanc-seing à l'entier de la communauté très disparate des cryptozoologues.
Das Museum will also nicht pauschal alle Auswüchse der «Kryptozoologie», der ewigen Halbwissenschaft, gutheissen - sehr löblich, liessen sich doch sicher viele Besucherinnen und Besucher mit fantastischen Monstergeschichten ins Museum locken.

In diesem Zusammenhang noch ein Lesetip:
«Riesenkraken und Tigerwölfe» ist ein spannendes Buch, in welchem leidenschaftlich, aber nie unkritisch über die zwischen Wissenschaft und Aberglaube schwingende Welt der Kryptozoologie erzählt wird.

22. Mai 2012

Das war die 6. Weltskeptikerkonferenz

Ich selber konnte nicht dabei sein, aber die Berichterstattung zur 6. Weltskeptikerkonferenz in Berlin zeugt von einem sehr gelungenen Treffen von Skeptikerinnen und Skeptikern aus aller Welt.

Die GWUP fasst das umfangreiche Medienecho zur Konferenz zusammen:
Was sehr positiv auffällt: Der Anlass fand auch ausserhalb der Skeptikergemeinschaft den verdienten Anklang.

Die GWUP berichtete auf ihrem Blog ausführlich über die Weltskeptikerkonferenz:
Auch Ulrich Berger von Kritisch gedacht hat zur Weltskeptikerkonferenz gebloggt:
Und wie immer ist Verlass auf den Marathon-Blogger Florian Freistetter von Astrodictum Simplex:
Alles in allem also ein mehr als nur gelungenes Ereignis - ganz grosses Kompliment an die GWUP, die die Konferenz organisiert hat!

Und für alle, die es immer noch nach kritischem Denken dürstet: Am 9. Juni findet in Zürich die Gründungsversammlung von Skeptiker Schweiz statt.

16. Mai 2012

NZZ: «Von der Quantenphysik zur Quantenreligion»

NZZ-Online berichtet heute in einem sehr lesenswerten Artikel über die Praxis der «Quantenmystik»: Wenn eine völlig legitime wissenschaftliche Theorie von der Esoterik usurpiert wird.
Quanten-Quacksalberei ist vielleicht der Prototyp der Pseudowissenschaft, wird doch versucht, eine esoterische Lehre in den Mantel der Wissenschaftlichkeit zu hüllen, um auf diese Art Glaubwürdigkeit zu haschen. Und wenn eine Amazon-Suche nach "quanten" ein Anzeichen ist, dürfte diese Strategie im Falle der Quantenmystik von Erfolg gekrönt sein:
Eines der bekannteren quantenmystischen Werke der letzten Jahre ist «What the Bleep Do We Know ?!», ein sehr erfolgreicher Dokumentarfilm, der Quantenmystik wohl endgültig salonfähig gemacht hat:
Mir wurde vor geraumer Zeit die Freude zuteil, die deutschsprachige Ausgabe des Buches zum Film zu lesen:
Es ist eigentlich recht offensichtlich, dass Quantenmystik nicht Wissenschaft, sondern Fantasterei ist. Und doch trifft Quantenmystik irgendwie den Nerv der Zeit, ist sie doch die bequemste aller Esoterik-Gattungen: Anything goes. Alles steuern wir selber irgendwie mit den Gedanken, alles ist mit allem «verschränkt». Null Anstrengung. Null Denkleistung.

Löblich, lässt die NZZ das nicht durchgehen.

10. Mai 2012

Tod durch Lichtnahrung: Wie weiter?

Am 25. April erzählte Hugo Stamm auf Tagesanzeiger Online die sonderbare Geschichte einer Frau aus der Ostschweiz. Diese Frau hatte sich entschieden, keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen, und stattdessen «göttliches Prana» über das Sonnenlicht als alternativen Energielieferanten zu nutzen. Die Frau hungerte zu Tode.
Der Verlust jedes Menschenlebens ist bedauernswert, doch dieser Fall ist zusätzlich brisant: Die abstruse Idee, sich über Licht zu ernähren, hat die Verstorbene gemäss Tagesanzeiger-Artikel dem österreichischen Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» entonmmen.

Meine erste Reaktion auf diesen Vorfall fiel durchaus ein wenig verkürzt aus:
Der Tod der an Lichtnahrung glaubenden Frau ist aber eine ernste Angelegenheit und wirft entsprechend ein paar bedenkenswerte Fragen auf: Was hat es mit Lichtnahrung auf sich? Ist der Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» direkt für den Tod der Frau verantwortlich? Müsste dieser Dokumentarfilm verboten werden?

Im Folgenden versuche ich, zu diesen Fragen einige Denkanstösse zu formulieren.

4. Mai 2012

Das Ende naht...

...das Ende unkritischen Denkens: Gründungsversammlung von «Skeptiker Schweiz», 9. Juni 2012.

29. April 2012

Quacksalberei-Bingo: Bioresonanztherapie

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Vista Schweizer Gesundheits-Magazin» wird die Heilungsmethode der «Bioresonanztherapie» vorgestellt:
Wundermittel oder Quacksalberei? Zeit für eine Runde Quacksalberei-Bingo!
Und tatsächlich haben wir einige Treffer:
  • Testimonials (Anekdoten): Der vermeintliche Beweis für die Wirksamkeit der Bioresonanztherapie ist die Geschichte eines an Heuschnupfen leidenden Mannes, der nach der Bioresonanz-Behandlung angeblich völlig geheilt war. Aus dieser einen vagen Anekdote lässt sich natürlich nicht eine Wirksamkeit der Bioresonanz-Behandlung ableiten, bestenfalls eine Korrelation.
  • Miracle Cure-All (Allheilmittel): Durch Bioresonanztherapie kann man gemäss «Vista» Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen, Erkrankungen des Lymphsystems, Atemwegserkrankungen (Asthma, Bronchitis), Migräne, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Nierenleiden und Rheuma heilen.
  • Natural («Bio»): Es steht schon im Namen: «Bioresonanztherapie» hat etwas mit Bio zu tun - und bringt unsere ganz natürlichen «Schwingungen» wieder ins Lot. Krankheiten sind nämlich nur Fehler in den Schwingungen; durch korrekte Gegenschwingung ist die Krankheit weg.
  • Toxins (Gifte): Bioresonanztherapie kann auch «entgiften» (der Artikel erklärt die Notwendigkeit des Entgiftens mit dem lehrreichen Verweis auf «verschiedene Theorien»).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass für Bioresonanztherapie einerseits keine Wirkungsnachweise vorliegen und andererseits einige Eigenschaften esoterischer Quacksalberei zu beobachten sind.

Für die Zeitschrift «Vista» kein Problem: Heilsversprechen verkaufen sich halt gut.

22. April 2012

Der süsse Sirenengesang: Warum Verschwörungstheorien so verlockend sind

Vor kurzem bin ich auf die Webseite «We Are Change Switzerland» gestossen. Diese Webseite macht auf den ersten Blick den Eindruck eines Nachrichtenblogs, worauf auch die Beschreibung auf der Hauptseite deutet:
So weit, so begrüssenswert: Unabhängiger Journalismus, kreative Infokampagnen, Aufklärung - Dinge, welche nie schaden.
Auf den zweiten Blick aber wird schnell klar, dass Aufklärung bei «We Are Change» eine eigentümliche Färbung hat:
«We Are Change» vertritt die Verschwörungstheorie, die offizielle Erklärung für Terroranschläge vom 11. September 2001 entspreche nicht der Wahrheit und tatsächlich sei die US-Regierung an den Anschlägen beteiligt gewesen.

Einige der We Are Change-Mitglieder erklären ihre Ansicht in einem Fernsehbeitrag des Regionalsenders TeleTop:

Der 9/11-Verschwörungstheorie möchte ich mich in diesem Blogeintrag nicht gross widmen: Zum einen sind die vermeintlichen 9/11-Verschwörungs-Indizien seit Jahren entkräftet, zum anderen sind die Argumente für unterschiedliche Verschwörungstheorien auf der We Are Change-Seite eher oberflächlicher Natur. So wird z.B. eine Klimawandel-Verschwörung mit altbekannten Missverständnissen von Vorgestern begründet (Skeptical Science ist ein gutes Nachschlagewerk in Sachen Klimawandel), und die Fluoridierungs-Verschwörung wird mit dem Satz
Ist es nicht erstaunlich, dass ein und die selbe chemische Substanz, Natriumfluorid, beim Patentamt als Rattengift, bei der Pharmazulassungsstelle als Medikament und beim Gesetzgeber als "essentieller und physiologisch nützlicher Stoff" geführt wird?
eingeleitet (Das ist in etwa so erstaunlich, wie der Umstand, dass wir an zu wenig Wasser und an zu viel Wasser sterben können).

Viel spannender scheint mir die Frage, warum Verschwörungstheorien überhaupt Anklang finden - oder auch nicht.

8. April 2012

Lesetip: Hyperion Cantos

Ostern ist ein eigentümlicher Feiertag: Die angebliche Auferstehung des angeblichen Jesus müsste für gläubige Christinnen und Christen eine Zeit der frommen Andacht und des Gebets sein, aber irgendwie werden auch heidnische Fruchtbarkeitssymbole in Form von Hasen und Eiern gedultet und gar zelebriert.

Und während Papst Ratzinger das Osterfest auch nicht mit übertriebener Ehrerbietung behandelt und es stattdessen, wie Andreas Kyriacou berichtet, für beste «Doublethink»-Propaganda missbraucht, empfehle ich skeptisch Denkenden die Lektüre des «Hyperion Cantos».
Im «Lesetip» empfehle ich in der Regel Sachbücher, aber die «Hyperion»-Bücher bilden als (natürlich vollkommen objektiv gemessen) beste Science Fiction-Geschichte aller Zeiten eine Ausnahme.

Ohne allzu viel des Inhaltes preiszugeben, gehört natürlich erwähnt, welchen Bezug «Hyperion» zu Ostern hat. Abgesehen davon, dass sich Hyperion im Vergleich zu den kruden Kommentaren des Papstes und vieler sonstiger religiöser Autoritäten tiefgründiger mit theologischen Fragen auseinandersetzt: Im Vergleich zur Bibel hat Hyperion eine viel spannendere Erklärung für die Auferstehung Toter nach drei Tagen.

Wenn schon Fiktion, dann darf sie auch unterhaltsam sein.