30. Mai 2012

«Skeptiker Schweiz»: Bald ist es soweit

Die Gründungsversammlung des Vereins «Skeptiker Schweiz» steht kurz bevor, und aus diesem Anlass haben wir gestern eine erste Medienmitteilung rausgegeben:
Es gilt also ernst: Durch die modrigen Gewässer der PR-Kommunikation watet nämlich nur, wer für eine Sache genug Begeisterung und Leidenschaft mitbringt.

In diesem Sinne seien nochmals alle Interessierten an die Gründungsversammlung vom Samstag, dem 9. Juni, um 15.00 Uhr in der Museumsgesellschaft Zürich (Limmatquai 62, 8022 Zürich), herzlich eingeladen - und eher kritische Stimmen sind natürlich ebenso willkommen.

25. Mai 2012

Die Jagd auf den Yeti ist eröffnet! (und: Lesetip)

Verkehrte Welt: Die GWUP berichtet über den «Yeti»-Europas - einen mysteriösen angeblichen schwarzen Panther, der gegenwärtig in der Schweiz sein Unwesen treiben soll.
Und derweil suchen Forscher aus der Schweiz den Yeti Asiens, nämlich das eigentliche Fabelwesen aus dem Himalaya, wie 20minuten gestern berichtete:
Das Zoologische Museum in Lausanne ist in Besitz des Nachlasses von Bernard Heuvelmans, eines Biologen, der grosse Teile seines Lebens der Suche unentdeckter Tierarten widmete. Zu diesem Zweck lässt das Museum organisches Material, welches von der Kreatur des Yeti stammen könnte, in England genetisch untersuchen.

Was ist davon zu halten, dass letztlich Steuergelder in die Suche nach dem Yeti fliessen? In diesem Fall scheint das Vorgehen durchaus gerechtfertigt. Es handelt sich hierbei nämlich um korrektes, wissenschaftlich-kritisches Vorgehen: Eine grundsätzlich plausible Hypothese (Existenz einer unbekannten Menschenaffenart) soll anhand empirischer Beweise geprüft werden, und die Beteiligten sind ergebnisoffen.

Auf der Webseite des Zoologischen Museums in Lausanne wird im Abschnitt zur Kryptozoologie zudem explizit  festgehalten:
En aucun cas, nous ne cautionnons ou donnons un blanc-seing à l'entier de la communauté très disparate des cryptozoologues.
Das Museum will also nicht pauschal alle Auswüchse der «Kryptozoologie», der ewigen Halbwissenschaft, gutheissen - sehr löblich, liessen sich doch sicher viele Besucherinnen und Besucher mit fantastischen Monstergeschichten ins Museum locken.

In diesem Zusammenhang noch ein Lesetip:
«Riesenkraken und Tigerwölfe» ist ein spannendes Buch, in welchem leidenschaftlich, aber nie unkritisch über die zwischen Wissenschaft und Aberglaube schwingende Welt der Kryptozoologie erzählt wird.

22. Mai 2012

Das war die 6. Weltskeptikerkonferenz

Ich selber konnte nicht dabei sein, aber die Berichterstattung zur 6. Weltskeptikerkonferenz in Berlin zeugt von einem sehr gelungenen Treffen von Skeptikerinnen und Skeptikern aus aller Welt.

Die GWUP fasst das umfangreiche Medienecho zur Konferenz zusammen:
Was sehr positiv auffällt: Der Anlass fand auch ausserhalb der Skeptikergemeinschaft den verdienten Anklang.

Die GWUP berichtete auf ihrem Blog ausführlich über die Weltskeptikerkonferenz:
Auch Ulrich Berger von Kritisch gedacht hat zur Weltskeptikerkonferenz gebloggt:
Und wie immer ist Verlass auf den Marathon-Blogger Florian Freistetter von Astrodictum Simplex:
Alles in allem also ein mehr als nur gelungenes Ereignis - ganz grosses Kompliment an die GWUP, die die Konferenz organisiert hat!

Und für alle, die es immer noch nach kritischem Denken dürstet: Am 9. Juni findet in Zürich die Gründungsversammlung von Skeptiker Schweiz statt.

16. Mai 2012

NZZ: «Von der Quantenphysik zur Quantenreligion»

NZZ-Online berichtet heute in einem sehr lesenswerten Artikel über die Praxis der «Quantenmystik»: Wenn eine völlig legitime wissenschaftliche Theorie von der Esoterik usurpiert wird.
Quanten-Quacksalberei ist vielleicht der Prototyp der Pseudowissenschaft, wird doch versucht, eine esoterische Lehre in den Mantel der Wissenschaftlichkeit zu hüllen, um auf diese Art Glaubwürdigkeit zu haschen. Und wenn eine Amazon-Suche nach "quanten" ein Anzeichen ist, dürfte diese Strategie im Falle der Quantenmystik von Erfolg gekrönt sein:
Eines der bekannteren quantenmystischen Werke der letzten Jahre ist «What the Bleep Do We Know ?!», ein sehr erfolgreicher Dokumentarfilm, der Quantenmystik wohl endgültig salonfähig gemacht hat:
Mir wurde vor geraumer Zeit die Freude zuteil, die deutschsprachige Ausgabe des Buches zum Film zu lesen:
Es ist eigentlich recht offensichtlich, dass Quantenmystik nicht Wissenschaft, sondern Fantasterei ist. Und doch trifft Quantenmystik irgendwie den Nerv der Zeit, ist sie doch die bequemste aller Esoterik-Gattungen: Anything goes. Alles steuern wir selber irgendwie mit den Gedanken, alles ist mit allem «verschränkt». Null Anstrengung. Null Denkleistung.

Löblich, lässt die NZZ das nicht durchgehen.

10. Mai 2012

Tod durch Lichtnahrung: Wie weiter?

Am 25. April erzählte Hugo Stamm auf Tagesanzeiger Online die sonderbare Geschichte einer Frau aus der Ostschweiz. Diese Frau hatte sich entschieden, keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen, und stattdessen «göttliches Prana» über das Sonnenlicht als alternativen Energielieferanten zu nutzen. Die Frau hungerte zu Tode.
Der Verlust jedes Menschenlebens ist bedauernswert, doch dieser Fall ist zusätzlich brisant: Die abstruse Idee, sich über Licht zu ernähren, hat die Verstorbene gemäss Tagesanzeiger-Artikel dem österreichischen Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» entonmmen.

Meine erste Reaktion auf diesen Vorfall fiel durchaus ein wenig verkürzt aus:
Der Tod der an Lichtnahrung glaubenden Frau ist aber eine ernste Angelegenheit und wirft entsprechend ein paar bedenkenswerte Fragen auf: Was hat es mit Lichtnahrung auf sich? Ist der Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» direkt für den Tod der Frau verantwortlich? Müsste dieser Dokumentarfilm verboten werden?

Im Folgenden versuche ich, zu diesen Fragen einige Denkanstösse zu formulieren.

4. Mai 2012

Das Ende naht...

...das Ende unkritischen Denkens: Gründungsversammlung von «Skeptiker Schweiz», 9. Juni 2012.